Es stellt sich zunächst einmal die Frage, warum eigentlich die vielen Gedanken über Hufe, beschlagen ist doch viel einfacher und wurde 'schon immer' so gemacht? Was wollen wir eigentlich erreichen?
Die Natur hat das Pferd mit einem an seinen Zweck- nämlich auf der Suche nach Nahrung täglich viele km zurückzulegen- perfekt angepassten Huf ausgestattet. Dieser hat vielfältige Eigenschaften, dient als Stoßdämpfung, Blutpumpe, Tastorgan. Das Pferd mit einem künstlichen Hufschutz auszustatten heißt die natürliche Funktion des Hufes einzuschränken. So zum Beispiel der komplette Verlust der Stoßdämpfung mit Eisenbeschlag, die Herabsetzung des Tastvermögens und damit der Trittsicherheit bei Hufschutz... Nicht nur das Material des Hufschutzes beeinflusst den Huf, sondern auf die damit einhergehende (negative) Veränderung der Hufform- und Qualität. All dies geht auf Kosten der Pferdegesundheit.

gesunder Barhuf- leistungsfähig, schotterfest, problemlos!
Unser Ziel sollte es sein, unserem Reit- oder Fahrpferd einen leistungsfähigen, gesunden Huf zu ermöglichen. Es geht hier nicht darum, dem Huf eine optimale Form zu verpassen, weil die schön oder gut ist, sondern weil das Pferd auf optimalen Barhufen maximale Leistung bei gleichzeitig optimaler Gesundheitsvorsorge bringen kann.
Kaum jemand bestreitet, dass Barhuflaufen eigentlich das beste für die Pferde ist, aber oft wird behauptet, dies sei eben leider nicht möglich, wenn das Pferd geritten wird.
Dies möchte ich auf dieser Webseite widerlegen. Gesunde Barhufe sind sehr leistungsfähig. Solange das Pferd nicht zu den extrem seltenen Ausnahmen mit krassen Fehlstellungen o.ä. gehört ist es problemlos möglich, ein Pferd bei den üblichen Anforderungen des Freizeit- und Breitensportes Barhuf zu Reiten oder zu Fahren. Für sehr ungünstige Bodenverhältnisse oder höhere Anforderungen wie z.B. Wander- und Distanzritte eigenen sich Hufschuhe hervorragend.
Oft sieht man sich als Verfechter des Barhuflaufens mit dem Vorwurf konfrontiert, eine 'ideologische' Position einzunehmen, die den Pferden nicht diene. Auch wird behauptet, je mehr Möglichkeiten des Hufschutzes oder der Bearbeitung jemand angewendet, desto besser.
Diese 'Vorwürfe' möchte ich nun etwas näher betrachten. Unter
einer Ideologie wird in diesem Sinne (kritisch) verstanden, subjektive
Wertbekundungen in Form wissenschaftlicher Aussagen zu kleiden.
Hier wird klar, dass dies auf die 'Barhuf- Bewegung', zumindest in
weiten Teilen, nicht zutrifft. Die negativen Auswirkungen des
permanenten Hufschutzes, insbesondere des Hufeisens, sind bekannt und
durch Experimente zugänglich (z.B. Dämpfungswirkung, 'Klirreffekt' des
Hufeisens, Gleitender Gang, Verminderung der Hornqualität,
Hufformveränderungen etc.) . Die meisten dieser Effekte sollten
eigentlich unmittelbar einsichtig sein, viele Messungen wurden schon
vorgenommen, und jeder kann die Pferde in seiner Umgebung beobachten. Es
handelt sich hier also nicht um 'subjektive Wertbekundungen', sondern um
für jeden nachprüfbare Fakten.
Dass es möglich ist, Pferde Barhuf zu reiten und zu fahren, beweisen viele Barhufpferde in aller Welt. (Für viele Beispiele siehe z.B. Jamie Jackson: Owners Guide to Natural Hoof Care).
Weiter geht es mit der Möglichkeit, Hufkrankheiten Barhuf zu heilen (z.B. Spalten, Zwanghufe, Hufrehe). Dies entspricht momentan nicht der tierärztlichen Lehrmeinung, wird jedoch mit großem Erfolg praktiziert. Leider besteht anscheinend bei einem Großteil der Tierärzte eine Unwissenheit oder Ablehnung gegenüber Alternativen zum 'orthopädischen Beschlag'. Es wäre wünschenswert, die Barhuf- Alternative in Studien mit der herkömmlichen Behandlungsmethodik zu vergleichen. Bis dahin bleibt dem betroffenen Pferdebesitzer nichts weiter übrig, als sich gründlich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und das bei seinem Pferd anwenden zu lassen, was ihn mehr überzeugt. Die Barhufbearbeiter sollten ihrerseits stets offen bleiben, und nach Möglichkeit die Zusammenarbeit suchen.
Schließlich zu der Behauptung, je mehr Möglichkeiten des Hufschutzes
jemand befürwortet oder anwendet, desto besser. Meiner Meinung nach ist
das so nicht richtig. Der 'normale', natürliche Huf ist ein Barhuf. Mit
diesem kann man - mit Ausnahme einiger Bereiche des Leistungssportes-
alles erreichen, was man als Reiter und Pferdebesitzer erreichen möchte.
Immer, wenn man theoretisch mehrere Möglichkeiten hat, um ein Problem zu
lösen, die Lösung 'Barhuf' (mit evtl. Hufschuhen als vorübergehender
Schutz) bietet sich hier immer am meisten an, denn
sie ist die am nächsten liegende, einfachste. Warum also technisch,
kompliziert, wenn es auch einfach geht?
Für die allermeisten Zwecke genügt die Barhufbearbeitung also völlig,
wenn sie korrekt und gekonnt angewendet wird. Sie ist die Basis jeder
Hufbearbeitung.
Für Ausnahmen, z.B. Hochleistungs- Distanzpferde, Springen, Vielseitigkeit ist ein permanenter Beschlag durchaus zu rechtfertigen. Diese Kenntnisse und Fertigkeiten benötigt nur eine kleine Minderheit der Hufbearbeiter.
Wer an freizeitgerittenen Pferden massenhaft verschiedene
Hufschutztechniken benötigt (Eisen, Alu, Kombibeschläge, Kunststoff,
Kunsthorn, Klebetechnik etc. etc. ) zeigt meiner Meinung nicht seine
besonders gute Ausbildung, sondern macht irgendwo einen gravierenden
Fehler, denn er ist offensichtlich nicht in der Lage, den Pferden zu
ermöglichen, auf 'ganz normalen' Barhufen zu laufen. Am Barhuf bieten
sich Möglichkeiten, Hufprobleme nachhaltig zu beseitigen, die
'Lichtjahre' über das hinausgehen, was man mit einem permanenten
Beschlag erreichen kann. Wenn eine Korrektur mit Beschlag gelingt, tut
sie das meiner Erfahrung nach eher wegen einer korrekten
Barhufbearbeitung als aufgrund des Beschlages.
Jedoch ist ein Beschlag bei einem Problem schnell auf den Huf
geschlagen. In vielen Fällen ist das Problem (z.B. Fühligkeit aufgrund
verbogener Wände)- damit erstmal verdeckt worden, der Pferdebesitzer ist
zunächst beruhigt und zufrieden mit seinem Hufbearbeiter. In den
allermeisten Fällen meldet sich das Problem jedoch später wieder, und
zwar umso schlimmer, in unserem Beispiel könnte es z.B. zu einer
Hufbeinsenkung kommen. Dann hat man ein wirkliches Problem, jetzt eine
nachhaltige Sanierung des Hufes zu erreichen, ist ungleich schwerer, als
wenn man es gleich getan hätte. Damit wären dem Pferd unnötige Leiden
oder gar der Weg 'in die Wurst' erspart geblieben. Die Verlockung der
'schnellen Lösung' ist gewaltig... Ich würde daher jedem Pferdebesitzer,
der ein Barhufpferd wünscht, einen Hufexperten empfehlen, der nicht
routinemäßig beschlägt. Ein solcher Hufbearbeiter muss und wird sich
Gedanken über eine nachhaltige- nicht schnelle- Problemlösung machen. Es
gibt sicher Ausnahmen, allerdings ist es meiner Erfahrung nach nicht
empfehlenswert, Barhufkunde eines Hufexperten zu sein, der z.B. 95% der
Kundenpferde beschlägt.
Toleranz gegenüber anderen Meinungen bedeutet nicht Beliebigkeit! Dem Pferd schädliche oder offensichtlich nicht erfolgreiche Behandlungen des Hufes dürfen mit Entschiedenheit abgelehnt werden. Diskussionen, auch 'Streit' über die richtige Bearbeitung des Hufes sind gut, wenn sie sachlich geführt werden. Dann sollte sich das Wissen zum Wohle der Pferde erweitern, die Forschung rund um den Huf sollte weitergeführt und diskutiert werden. Niemand sollte jedoch den Fehler begehen, sich für 'allwissend' zu halten und alle anderen ohne Diskussion verurteilen, das nützt niemandem, besonders nicht den Pferden.
Von diesen mehr theoretischen Erwägungen nun zur 'Praxis':
| Eisenbeschlag | Plastiks | Hufschuhe | Barhuf |
|---|---|---|---|
| Uneingeschränkte Nutzung auf jedem beliebigen Boden | Pferd fühlt Boden eingeschränkt | wie Plastics | Pferd fühlt Boden und achtet auf seine Beine |
| Keine Stoßdämpfung mehr möglich, besonders in der Vertikalen | Stoßdämpfung ist möglich | Wie Plastiks | Stoßdämpfung und Hufmechanik funktionieren optimal. |
| Stoß beim Aufhufen wird verstärkt (!, nicht nur keine Dämpfung), zusätzlich hochfrequente Schwingungen | Stoß wird gedämpft | wie Plastics | Stoßdämpfung und Hufmechanik funktionieren optimal. |
| Schlechte Durchblutung, mangelhafte Hornqualität | Die Hornqualität ist beeinträchtigt | Keine Beeinträchtigung bei sinnvoller Anwendung | Optimale Durchblutung, die Hornqualität ist gut und widerstandsfähig |
| Hohe Verletzungsgefahr, für Pferd und Mensch | Geringe Verletzungsgefahr | Geringe Verletzungsgefahr, da barhuf in der Herde | Geringe Verletzungsgefahr. |
| "Schlittschuhgang" | Gang fast wie barhuf | Zu schwere Modelle können den Gang verändern | Natürlicher Gang, Tastvermögen ist vorhanden. |
| Schlechte Trittsicherheit, gefährlich für Reiter und Pferd | Oft glatt auf Wiesen | Wie Plastiks | Sicherer Gang auch auf schwierigen Untergründen, dank 'Profil' und 'durchdachter' Anordnung von weichem und harten Horn. |
| Veränderung der Hufform: Horn wächst während der Beschlagsperiode 1-2 cm. Der zu lange Huf verbiegt sich nach vorne, der Last davon. Sehr gut zu sehen: Krämer Katalog S.115 Nr. 10. Resultat ist die häufigste Fehlstellung: Untergeschobene Trachten | Wie beim Eisenbeschlag, oft noch massiver | Keine Änderung der Hufform, das natürliche Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum wird erhalten | Keine Änderung der Hufform, das natürliche Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum wird erhalten |
| Korrektur von Hufveränderungen nicht oder kaum möglich, plötzliche Stellungsänderungen alle 6-8 Wochen | Wie Eisenbeschlag | Korrektur am Barhuf möglich | Korrektur am Barhuf möglich |
| - | - | Druck, Scheuerstellen möglich | |
| Hoher Preis | Hoher Preis | Günstig (Hufschuhe sind sehr haltbar, je nach Modell bis zu 1000 km, können danach noch besohlt werden...) | Sehr günstig. |
| Nutzungsausfall durch Vernagelung, Eisenverlust.... | wie Eisen | Pferd jederzeit bereit zum Reiten | wie Hufschuhe |
Ich schaue jedem Pferd, was mir begegnet, auf die Hufe (und das sind
viele!). Anständige, gesunde Barhufe gibt es -erfreulicherweise- recht
häufig. Doch leider habe ich noch nie ein dauerhaft beschlagenes Pferd
gesehen, was eine gesunde Hufform behalten hätte.
Zum einen gibt eine gewisse Anzahl Pferde, deren Beschläge absolut
inakzeptabel verarbeitet sind, so etwas würde wohl auch von guten
Schmieden moniert.
Wieder andere Reiter messen die Qualität ihres Schmiedes daran, dass die
Eisen mindestens 3 Monate halten... zum Schaden der Hufe.
Dass die Hufe dieser Pferd oft völlig 'verkorkst' sind, ist nicht
verwunderlich.
Immer wieder jedoch trifft man auf Pferde, die sorgfältig, regelmäßig
und nach 'neuesten Erkenntnissen' beschlagen werden. Das gilt für
'wertvolle Turnierpferde' genauso wie Freizeitpferde extrem engagierter
Hobby- Schmiede. Trotzdem sehen die
Hufe desolat aus und zeigen deutliche Anzeichen einer allgemeinen
Schwächung. Diese Hufe zeigen meiner Meinung nach den
schadhaften Einfluss des Beschlages selbst.
Ein Beispiel von Hufen eines Sportpferdes bei der Europameisterschaft im
Dressurreiten (krasse Zwanghufe)
Ja, ein Pferd kann ohne Probleme mit Beschlag alt werden.
Wahrscheinlicher ist es dennoch, dass weit vorher Probleme
verschiedenster Art auftreten. Dies sind z.B. Hufverformungen, Risse,
Fühligkeit nach Beschlag, Verschleißerscheinungen der Gelenke (Arthrose,
Hufrolle...), Verletzungen (Sehnen, Bänder....) sogar Rückenprobleme
uvm!
Je früher ein Pferd als Jungpferd beschlagen wurde, je 'problematischer'
der Huf, je länger die Dauer des Beschlags war und je schlechter die
handwerkliche Arbeit ist, desto wahrscheinlicher sind Schäden.
Tierärztliche Statistiken und Untersuchungen haben ergeben, dass etwas 90% der der Gesundheitsprobleme beim Pferd Lahmheiten sind. Widerrum sind die meisten dieser Lahmheiten im Huf begründet. Wenn Lahmheiten und Hufprobleme bei unseren Pferd so häufig sind, liegt es sehr nahe, zu schließen, dass die übliche Hufbehandlung an diesen Problemen nicht ganz unschuldig ist. Durch Barhuflaufen und korrekte Hufpflege kann man einen aktiven Beitrag dazu leisten, Hufprobleme und Lahmheiten vorzubeugen, das sind im einzelnen:


Man sieht, nicht nur der Verzicht auf Beschlag ist wichtig, sondern auch die Herstellung einer korrekten, physiologischen Hufform!
Ganz neu sind diese Erkenntnisse natürlich nicht. Die Nachteile von Beschlag sind seit Jahrhunderten bekannt, als Beispiel möchte ich hier ein Zitat aus "Gymnasium des Pferdes" von Steinbrecht anbringen (1884)
"Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass es Pflicht des verständigen
Bereiters und jedes wahren Pferdefreundes ist, stets das günstigste
Reitgelände aufzusuchen . Man scheue keine Mühe und Arbeit, sich für
seine Pferde, einen ebenen, weichen und elastischen Reitplatz zu
verschaffen und setze sich auch gern der Gefahr der Pfändung aus, wenn
man statt der harten, trockenen Chaussee einen guten Feldweg benutzen
kann" (Bemerkung von mir: Zum Glück darf man heute ganz legal auf guten
Feldwegen reiten!).
"Ein Reiter, der aus Gleichgültigkeit oder eigener Bequemlichkeit sein
Pferd auf schlechten Wegen unnütz ermüdet oder gar zu schaden reitet,
wenn ihm bessere zu Gebote stehen, ist kein echter Pferdefreund und
verdient kein edles, gut gerittenes Pferd zu besteigen. (...). Ist es
dem Reiter durch günstige Bodenverhältnisse möglich gemacht, sein Pferd
barfuss gehen zu lassen, so gewinnt er dadurch doppelte Vorteile. Die
Natur hat den Huf nicht nur mit großer Zähigkeit, sonder auch mit
Elastizität ausgestattet, so dass er die inneren weichen Teile genügend
schützen und doch die Berührung mit dem Erdboden mildern kann.
Infolgedessen ist der Gang eines unbeschlagenen Pferdes nicht nur
angenehmer für die Reiter, sondern strengt auch dessen eigene Glieder
weniger an als der des beschlagenen, und die Hufe werden außerdem nicht
durch unverständige Schmiede in ihrer gesunden Naturwüchsigkeit
gestört."
Pferde wurden mehrere Tausend Jahre barhuf geritten und gefahren.
Schon Xenophon betonte die Wichtigkeit einer korrekten Hufpflege und
Trainings. Die Hethiter hinterliessen detaillierte Trainingsanleitungen
für ihre Langstrecken- Wagenpferde
-aber keine Literatur über Hufprobleme :-)
Erst im Mittelalter wurde der Hufbeschlag erfunden.
In vielen Regionen ist Beschlag auch heute nicht üblich- gerade in
solchen, wo das Pferd noch als Transportmittel und Arbeitstier
überlebensnotwendig ist (z.B. Mongolei, man achte bei diversen
Dokumentationen im Fernsehen mal auf die Hufe der Pferde bzw.
Mulis/Esel, ich sah z.B. nur gesunde, schöne Barhufe bei einer Sendung
über eine Gebirgsregion im Norden Chinas)
Eine kleine von mir durchgeführte Umfrage in einen Internet- Pferdeforum ergab, dass etwas mehr als 50% der Pferde beschlagen sind. Wohlgemerkt Freizeitpferde.
Die in dem Forum anwesenden gehören schon eher zur ‚aufgeschlossenen’ und informierten Gruppe. In meiner Umgebung sind es 90%
Nein, nicht jedes.
Bei Belastungen, für die der Huf nicht ausgelegt ist. Je mehr ich
mich mit Barhufen beschäftige, desto mehr bin ich von ihrer
Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit beeindruckt. Hufe sind keineswegs
so schwach, wie viele denken, sondern von der Natur für härteste
Anforderungen vorgesehen. Nahezu alle Probleme unserer Pferde liegen an
zu wenig Bewegung und zuwenig Hufpflege, oft kombiniert mit nicht
artgerechter Haltung.
Und eben nicht an 'schwachen' Hufen, die der Belastung durch den
Reit/Fahrsport nicht gewachsen sind, eher haben unsere Pferde viel zu
wenig Bewegung.
Die üblichen Anforderungen des Freizeit- und Breitensportlichen Reitens (Tägliches Reiten im Gelände (da kann es noch so steinig sein), Dressur und Springen auf Freizeitniveau -auch im Turniersport-, kleine Wander- und Distanzritte usw.) hält ein gesunder Huf problemlos aus. Ich habe noch kein (gesundes) Pferd gesehen, dem 'zu wenig Huf' gewachsen wäre, falls Hufe und Pferd korrekt gepflegt werden.
Im Bereich des Leistungssportes- hier fehlt mir die persönliche
Erfahrung- mag es Bereiche geben, wo die Grenzen der Leistungsfähigkeit
des Barhufes überschritten werden. Oder wo für die Ausübung des
Disziplin besondere Hilfsmittel (z.B. Sliding Eisen) benötigt werden. Es gibt aber immer mehr Beispiele von intensiv sportlich genutzten
Pferden, die Barhuf sehr gut klarkommen. (Siehe
Drabekhoofcare). Albert
Fichtel und andere Mitglieder des 'Feuerkreises'
reiten seit Jahrzehnten ihre Pferde Barhuf auf Langstrecken-
Distanzrennen- und dies äußerst erfolgreich.
Bei jedem sportlichen Einsatz des Pferdes sollte dem Pferd gegenüber
ethisch verantwortungsvoll gehandelt werden.
Der Gesundheit des Pferdes zu schaden um dem sportlichen Ehrgeiz des
Menschen zu befriedigen ist verwerflich.
Wie auf dieser Webseite sicher deutlich wird, lege ich Wert auf die
Leistungsfähigkeit eines Barhufpferdes. Ein Pferd Barhuf zu belassen, es
aber nicht oder kaum oder nur mit Hufschuhen zu belasten, ist zwar
lobenswert, aber nicht das zu erstrebende Ziel. Oft wird argumentiert,
dass unsere Freizeitpferde ja heute überwiegend nur auf weichem Boden im
Paddock rumstehen, und nur wenig leisten müssen. Daher sei ein
Abriebsschutz auch nicht notwendig.
Eine solche Aussage legt den Schwerpunkt falsch. Auch und gerade das
Pferd, das viel, auf steinigen Böden läuft (und nicht nur den Offenstall
schmückt) wird mit gesunden Barhufen bessere Leistungen zeigen
als mit jedem Hufschutz, und das auch noch gesünder.
Wird die Belastung des Pferdes höher,
ist es immer wichtiger, sich über die Hufe Gedanken zu machen. Ein
Beispiel: Ein Dressurpferd steht in der Box, kommt tagsüber auf die
Wiese und wird täglich eine Stunde in der Bahn geritten, auf Sand oder
Hackschnitzel. Obwohl absolut nicht notwendig, ist das Pferd mit Eisen
beschlagen. Hat das Pferd eine korrekte Beinstellung, der Schmied
arbeitet ordentlich, und wechselt den Beschlag regelmäßig gibt es zwar
weiterhin negative Auswirkungen des Beschlags (Hufverformung, Ausgleiten
in der Stallgasse/Hänger, Verletzungsgefahr, Durchblutung), aber diese
sind, aufgrund der idealen Böden, auf denen das Pferd arbeitet,
vergleichsweise mild. Ein anderes Beispiel: Ein Pferd wird täglich ins
Gelände geritten. Die Böden sind teilweise steinig und befestigt. Hier
sind die negativen Auswirkungen des Eisenbeschlags wesentlich stärker,
da der Verlust des Tastsinnes und der Stoßdämpfung hinzukommt! Außerdem
ist die Trittsicherheit hier wesentlich wichtiger und die Hufe werden
stärker belastet, also neigen sie auch schneller zu Verformung oder
Krankheiten.
Für beide diese Pferde ist es also von Vorteil, Barhuf zu laufen, für
das Geländepferd ist es aber wichtiger!
In unserem Gelände gibt es bei Eisenbeschlag und regelmäßigem
Geländereiten oft das Problem, dass die Eisen eine Beschlagsperiode
nicht überleben sondern vorher abgelaufen sind. Dies war auch bei Alex'
Eisen früher der Fall. Ein wesentlich größeres Kilometerpensum läuft er
heute Barhuf- ohne Probleme.
Die intrinsische Eigenschaft jedes permanenten Hufschutzes, den Abrieb zu verhindern ist wohl eines der größten Probleme zum Nachteil der Hufe. Hufe 'leben' vom ständigen Abrieb (und der Simulation von Abrieb= Hufbearbeitung).
Nein! Bei üblichen beschlagenen Hufen findet man eine sehr große
Bandbreite von Hufqualitäten, von bröselig über weich bis hart und 'zu
trocken'. Nicht selten werden bestimmten Rassen schlechte Hufe
zugeschrieben. Es gibt einen riesigen Markt an 'Schmiermitteln' und
Zusatzfuttermitteln.
Gesunde, 'natürliche' Barhufe haben hingegen nur eine Hornqualität: Eine
gute. Natürlich variiert die genaue Form, Größe und Optik der Hufe für
verschiedene Rassen, aber die grundsätzliche Funktion und Qualität ist
die gleiche.
Es war -zum Glück- nicht möglich dem Pferd die Hufe wegzuzüchten. Denn
der Huf ist eine in etwa 10 Millionen Jahren (erste Pferdevorfahren mit
'Hufen') von der Evolution ausgeklügelte 'Grundstrategie' des Pferdes.
Während Größe, Fellfarbe und ähnliches in einigen tausend Jahren
menschlichen Einflusses deutlich beeinflusst werden konnten, blieben die
Grundeigenschaften des Pferdes unverändert.
So passten sich verschiedene, vom Menschen seit langer Zeit züchterisch
beeinflusste Rassen (Iberer ->Mustangs, Warmblüter-> Trakehner in der
Namib) usw...) in kürzester Zeit wieder einem Leben in freier
Wildbahn an. Fast alle heutigen 'Wildpferde' sind schlicht Nachfahren
verwilderter Hauspferde.
Die Hufe werden vor allem von der
Umwelt (Abrieb) geformt- es wird z.B. von Mustangs berichtet, die ihre
wunderbaren Hufe sofort verlieren, wenn sie eingefangen werden und dann
keine optimale Hufpflege erhalten. Es handelt sich nicht um 'super-Hufe'.
Sondern in jedem Hauspferd steckt die Anlage zu 'perfekten' Barhufen. Am
sichersten nutzt man diese aus, wenn man seinem Fohlen von Beginn an
korrekte Barhufpflege gönnt.
Der Grundstein für ein Leben auf gesunden, leistungsfähigen Hufen wird
im Fohlenalter gelegt! Versäumnisse an dieser Stelle können zu Hufen
führen, die zwar in Ordnung sind, aber nicht das Optimum darstellen.
Daher:
Dann gibt es Ausnahmen....
Es gibt Pferde, die durch schwerwiegende Gesundheitsstörungen,
chronische Krankheiten, extremste Fehlstellungen nicht Barhuf belastbar
sind oder Barhuf evtl. nicht gut bedient.
Soetwas ist extrem selten- und in der Regel leicht zu erkennen. Ich
kannte ein einziges solches Pferd. Möglich ist z.B. eine massive
Einschränkung des Hufwachstums durch eine Stoffwechselstörung (beachten
ob die Stoffwechselstörung z.B. durch spezielle Fütterung zu verbessern
ist!) oder eine
fortgeschrittene degenerative Krankheit. Reitbar sind solche Pferde in
der Regel sowieso nicht. Der Hufschutz dient in einem solchen Fall dazu,
ihnen ein weitgehend problemloses Leben auf der Weide zu gönnen. Die
negativen Auswirkungen des Beschlags sind bei solchen Pferden zu
vernachlässigen. - wie gesagt, sehr selten!
Aber was ist mit den 'normalen' Pferden, denen bescheinigt wird, sie
könnten nicht Barhuf gehen - zumindest ohne ständige Hufschuhnutzung?
Ich dachte zeitweise, sowas gibt es und ich hätte sogar ein solches
Pferd erwischt.
Meine Erfahrung ist, dass dies nicht stimmt. Bei meinem Pferd lag es an
nicht optimalem Ausschneiden, dass er zunächst nicht 100%
fühligkeitsfrei lief. Auf diesem Niveau bleiben leider viele stecken-
vielleicht können meine Erfahrungen hier weiterhelfen! (Dazu mehr auf
dieser Seite)
Also:
Für das Freizeitreiten ist in der Regel kein Hufschutz notwendig! Wenn Hufschutz, ist dieser in der Regel nur kurzzeitig nötig (z. B für einen Wanderritt). Warum?
Der einzige sinnige Zweck jedes Hufschutzes (Eisen, Plastiks, Schuhe)
ist der Abriebschutz. Andere Gründe, z.B. Gangverbesserung, Hufkorrektur,
Heilung von Krankheiten usw. erweisen sich bei genauerer Betrachtung
(siehe auch unten) als nicht haltbar.
Allerdings besteht beim normal genutzten Freizeitpferd (selbst wenn das
Gelände etwas härteren Boden aufweist!) in der Regel nicht die Gefahr
von zuviel Abrieb. Zuviel Abrieb weist ein untrainierter,
korrekturbedürftiger oder in der Umstellung befindlicher Huf auf. Das
Argument 'Hufe zu kurz, daher fühlig' ist meist fadenscheinig und wird
oft von Leuten vorgebracht, die von Barhufen leider wenig verstehen. Oft
gibt ein Schmied diese standardisierte Antwort, weil ihm nichts anderes
einfällt.
Der wahre Grund meist:
Übrigens: Pferde wachsen, je nach Rasse, ca. bis zum 5 oder 6. Lebensjahr. Davon sind die Hufe, die erst bei erreichen des vollen Körpergewichts voll ausgereift sind, natürlich nicht ausgenommen. Durch das Beschlagen von 3- jährigen Pferden, wie es oft standardmäßig beim anreiten geschieht, wird die Entwicklung der Hufe gehemmt, insbesondere werden die Hufe leicht zu eng.
Nicht das barhuflaufen ist schmerzhaft, sondern das laufen in veränderten Hufen! Damit ein Pferd gut barhuf laufen kann, braucht es eine gesunde Hufform.
Jedes Pferd hat natürlich seine individuellen Hufe. Die Hufe sollten keine Zeichen von Überlastung zeigen. Ein idealer Huf ist symmetrisch, mit geraden Eckstreben (ohne Bodenkontakt), ohne untergeschobene Trachten, ein kräftiger Strahl, gerade Wände, eine schmale weiße Linie sowie eine ebene Sohle mit zur Hufform passender Wölbung!
Zeichen von Überlastung sind alle Arten von Asymmetrien, z. B unterschiedlich schräge Wände, daneben Ringe und Verfärbungen im Horn. (leider nur bei weißen Hufen zu sehen!). Feste Winkelangaben für den Idealhuf sind nicht sinnvoll. Je nach Körperbau kann ein Pferd steilere oder flachere Hufe haben, wobei Extreme natürlich schlecht sind (aber im Erwachsenenalter nicht mehr groß zu ändern...) (Siehe 'gesunder Huf')
Damit sich ein gesunder, belastbarer Huf entwickeln kann, ist eine artgerechte Haltung zwingend notwendig. Besonders gilt das für die Aufzucht von Fohlen.
Das bedeutet vor allem: Bewegung!
Das Hufhorn ist trainierbar, und zwar in erstaunlichem Maße! Dies funktioniert nur dann, wenn das Pferd seine Hufe auch gebraucht, und sich nicht die Beine in den Bauch steht.
Ein kurzes Wort zur Hufpflege: Auskratzen und gelegentliches Abwaschen reicht. Bei starker Trockenheit im Sommer oder bei Pferden, die zeitweise in einer Box stehen, hat sich bei folgende Hufpflege bewährt: Matsch in die Hufsohle schmieren. Das gibt dem Huf Feuchtigkeit, ist zweckmäßiger und einfacher als ‚wässern’. Der Matsch schützt auch vor Mist, der sich sonst in die Hufe setzen würde. Und es ist völlig kostenlos.....Alternativ kann auch Ton verwendet werden (Reste).
Schmieren, fetten etc ist mit guten Produkten vielleicht nicht schädlich, aber auf jeden Fall völlig unnötig. Wenn Hufe für Turnier, Show o.ä. schön sein sollen: Abwaschen, trocknen, mit halber Zwiebel drüber reiben! Macht schönen Glanz, Sand pappt nicht fest! Natürlich schadet es dem Huf nicht, wenn er wenige Male im Jahr für ein Turnier eingefettet wird.
Man hört immer wieder, mal solle den Huf nicht mit harten Bürsten bearbeiten, dies würde die 'Glasurschicht' zerstören. Das ist völliger Unfug. Ob es eine Glasurschicht überhaupt gibt, ist umstritten, auf jeden Fall ist es kein dünner Überzug für das normale Horn, der oben am Kronrand rauswächst und leicht zerstört werden kann. Man kann den Huf ohne jeden Schaden ausgiebig von außen beraspeln, das Horn an den beraspelten Stellen ist nach wenigen Tagen genauso glatt wie das nicht beraspelte. Bürsten (sogar mit der Drahtbürste..) schadet dem Huf gar nicht... Der Huf trocknet selbstverständlich dann nicht aus.
Was ist vom Einsatz von Hufhärter zu halten? Die Hufhärter, deren
bekannteste Vertreter Keralit, Terrahipp und Durogel sind, bewirken auf
chemischem Wege eine Stärkung des Hornes. Sie dürfen nur auf den
Tragrand und die Sohle aufgetragen werden. Gammel wird sehr effektiv
bekämpft (aber nur, wenn die Ursache gleichzeitig abgestellt wird), der
Abrieb angeblich leicht verringert. (Ich habe es nicht systematisch
getestet) Keralit und Terrahipp brauchen saubere und trockene Hufe, was
die Anwendung recht aufwendig macht. Ich verwende inzwischen keinen
Hufhärter mehr.
Hufhärter sind ein 'Feintuning' für die Hufe, sie können unterstützen.
Ob es bei dem speziellen Pferd einen positiven Effekt hat, muss man
aufprobieren.
Hufprobleme wegschmieren oder ölen?
Funktioniert meiner Meinung nach nicht wirklich. Es gibt auch hier eine
Vielzahl von teilweise sündhaft teuren Produkten, die die Heilung
verschiedenster Hufprobleme ermöglichen sollen. Einige dieser Mittel
mögen eine gute Unterstützung sein (z.B. bei der Bekämpfung von
Strahlfäule, da tun es die 'billigen' Varianten aber auch) aber den
Hauptbeitrag zur Heilung von Hufproblemen kommt von der Bearbeitung der
Hufe und der Haltung. Bevor sie also viel Geld in Schmiermittel
investieren: Befolgen sie die Tipps auf dieser Seite.
Wer sein Pferd als Sportgerät sieht, was bei ‚Verschleiß’ einfach ausgetauscht wird, der wird diesen Text wahrscheinlich gar nicht lesen...
Der Reiter eines Barhufpferdes muss bereit sein, sich über die Hufe mehr Gedanken machen als alle 8 Wochen den Schmied anzurufen. Barhufe benötigen häufige Pflege, Gedanken beim Reiten und ein gewisses 'Durchhaltevermögen' gegenüber möglichen 'Anfeindungen'.
Der Reiter muss sich aber auch ein dickes Fell zulegen, gegen andere Reiter, Reitlehrer, Tierärzte und Schmiede, die meinen, jedes Pferd bräuchte Eisen.
Wer kennt nicht die Stallkollegen oder Tierärzte, die bei einem Barhufer, der eine Lahmheit zeigt, sofort ‚Eisen drauf’ sagen? Auch wenn die Lahmheit überhaupt nicht mit dem Hufen zu tun hat? z.B. ein Rückenproblem ist?
Hierzu eine kleine Geschichte: Mein Pferd hatte sich wahrscheinlich durch einen Ausbruchsversuch aus der Koppel am Rücken verletzt. Er zeigte eine Lahmheit auf allen Beinen, ging langsam im Schritt oder Kreuzgalopp. Eine gerufene Tierärztin und Osteopatin meinte zuerst: ogott, geht der fühlig! Da müssten Eisen drauf. Ihre Untersuchung ergab dann mehrere Blockaden im Rücken, nach deren Behebung mein Pferd wieder bestens lief!
Oder Ratschläge von Reitlehrern, die meinen mit Eisen würde das Dressur- oder Gangpferd mehr Ausdruck zeigen....
Wenn man sich informiert hat sollte man die Meinungen auch von ‚Autoritäten’ also kritisch hinterfragen können!
z.B. ich möchte mit
meinem Pferd einen Wanderritt in einer steinigen Gegend machen, oder mich
möchte mal eine Distanz mitgehen, wo harter Boden ist...
Bei wirklichen gesunden Hufen und sinnvollem heranführen an die erhöhte
Belastung ist oft überhaupt gar kein zusätzlicher Schutz notwendig.
(Hufschuhe sollte man auf dem Wanderritt trotzdem zur Sicherheit mal
mitnehmen)
Ansonsten kann man Hufschuhe einsetzen oder aber -bevorzugt wirklich nur für die Dauer der erhöhten Belastung- einen Beschlag anbringen, besser aus Plastik als als Metall.
Barhufbefürworter haben in einigen Fällen auch mit einem
'Hausgemachten' Problem zu kämpfen: Schlechte Erfahrungen mit dem Barhuflaufen, entweder am eigenen Pferd oder bei Bekannten und
Stallkollegen.
Beispiele:
Diese typischen Erfahrungen und Probleme (sie wurden mir so oder so
ähnlich berichtet) zeigen, dass auch Barhuf jede Menge schief laufen
kann. Alle diese Probleme liegen nicht am Barhuflaufen an sich, sondern
an einer falschen Hufbearbeitung (in einigen Fällen auch an
unvernünftigen reiterlichen Anforderungen).
Da ich in letzter Zeit immer öfter von solchen Fällen höre, dieser Text.
Leider sind hierzulande einige 'invasive' Ausschneidetechniken
modern, mit entsprechend negativen Folgen für die Pferde und für den Ruf
des Barhuflaufens.
Im englischen wird für ein gutes (Barhuf)laufen der Begriff 'Soundness' benutzt. Es bedeutet soviel wie 'gesund, einwandfrei', bezeichnet aber auch ein fröhliches Barhuflaufen, die Abwesenheit von Fühligkeit. Genau diesen Zustand will man mit einem Barhufpferd erreichen, nämlich ein leistungsfähiges, gesundes Pferd, das gut und gerne läuft.
Leider wird dieser Zustand mit einigen Ausschneidetechniken in vielen Fällen nicht erreicht. Das Pferd bleibt dauerfühlig. Dieser Zustand ist unbefriedigend und schädlich für das Pferd.
Der häufigste Fehler bei Barhufbearbeitern ist das ausdünnen der lebenden, harten Sohle. Diese Ausschneidetechniken haben in sehr vielen schweren Fällen sehr spektakuläre Resultate (Rehe, Risse, Hufrolle...) jedoch läuft die Hufbearbeitung irgendwann gegen eine Wand. Die Hufe sehen eigentlich ganz ordentlich aus, jedoch läuft das Pferd nicht auf jedem Boden. In manchen Fällen findet sich der Besitzer damit ab 'eben immer mit Hufschuhen zu reiten', in anderen wird das Pferd wieder beschlagen.
Bei anderen Hufbearbeitern und Schmieden ist es hauptsächlich ein nicht- Bearbeitern von verbogenen Wänden (schmerzhaft), ein ungleiches Ablaufen nicht korrigieren uvm.
Das kann man dadurch verhindern, indem man gewisse Grundregeln bei der Hufbearbeitung beachtet. Insbesondere Finger weg von der lebenden Sohle!

Indiskutable Hufbearbeitung- Trachten wurden bis aufs Blut gekürzt, die
Sohle stark ausgedünnt. Führt zu fühligem Laufen und zu einer
Hufverformung (meist verbogene Zehe, Verlust der Sohlenwölbung). Für
solche Bearbeitungstechniken (schon live gesehen, Pferd auf dem Foto
kenne ich allerdings nicht persönlich) gibt es keine Entschuldigung.

Ein weiteres Beispiel für indiskutable Hufbearbeitung. Finger weg von
solchen Techniken!
Setzt man die Grundsätze der Hufbearbeitung, wie ich sie hier auf
meiner Seite beschreibe um, wird ein gut laufendes Barhufpferd
'Schotterpferd' der
Erfolg sein. Der Weg dorthin ist für das Pferd kein jahrelanges eiern
über harten Boden.
Wenn ein Pferd direkt nach Abnahme der Eisen nicht auf hartem Boden
geritten werden kann, dann werden eben Hufschuhe angepasst, bis es das
kann. Für ungewöhnliche Belastungen (z.B. Distanzritt) trägt das Pferd
bei Bedarf Hufschuhe.
Ein Pferd muss sich an keinem Punkt der Barhufumstellung unwohl fühlen!
(Bei schweren Hufproblemen wie Rehe wenigstens nicht schlechter als
vorher)
Für viele eindrucksvolle Beispiele siehe:
www.hoofrehab.com
Oft hört man Stimmen und Meinungen, dass beim Barhuflaufen Tierquälerei betrieben werde. Barhuf um jeden Preis?
Meiner Meinung nach ist dies differenziert zu betrachten. Es steht fest, dass 'Barhuflaufen' das langfristig gesündeste für das Pferd ist, aber zu welchem Preis?
Ideal ist ein freudig laufendes, gesundes Barhufpferd. Das gilt für
alle Untergründe.
Ein Pferd passt natürlich seine Geschwindigkeit an die Bodenverhältnisse
an, genau wie wir Menschen das auch tun.
z.B. hat ein Pferd Recht, wenn es auf 'Bahngleisschotter' oder sehr
uneben hart gefrorenem Boden langsamer und umsichtiger läuft, denn sonst
besteht die Gefahr sich zu verletzen. Aber ein gesundes Barhufpferd geht
nicht fühlig/einknickend, wenn ein Stein auf dem Weg liegt.
Mit schlechtem Boden ist so etwas gemeint: Dicker (ca. 4-5 cm), frisch
aufgeschütteter, spitzer Schotter.
Doch durch die verbreitete, schlechte Hufpflege- und Beschlag sind leider die meisten Pferde nicht mit gesunden Hufen ausgestattet. Vor allem eisenbeschlagene Hufe sind oft verändert und weichen deutlich von einer gesunden Form ab. Nicht gesund heißt 'krank', was so selbstverständlich klingt, wird jedoch kaum so wahrgenommen. Abhilfe wird hier durch einen Prozess der 'Behandlung' und 'Heilung' geschaffen.
Der Ausgangspunkt, an dem viele Besitzer stehen, ist also ein Pferd mit kranken Hufen. Manchmal macht sich die 'Krankheit' direkt bemerkbar (Risse, Hufgeschwüre, Lahmheiten, Strahlkrebs- und Fäule) , manchmal (noch) nicht. Das Eisen wirkt bei solchen Hufen als Schmerzmittel und bekämpft höchstens die Symptome.
Werden bei kranken Hufen die Eisen abgenommen, und die Hufe
bearbeitet, kann eine Heilung verschiedenster Hufprobleme erreicht
werden. Dadurch, dass die Hufe verändert sind, sind sie mehr oder
weniger schmerzhaft für das Pferd, was sich allem voran in Fühligkeit -
vor allem natürlich auf hartem Boden- äußert. Hier setzt auch die
eigentliche Frage an: Wie viel ist dem Pferd hier zumutbar, im Hinblick
auf das Ziel 'Hufgesundheit'?. Wo ist die Grenze der Unzumutbarkeit
erreicht?
Meiner Meinung nach sollte dem Pferd so schnell wie möglich ein
komfortables laufen ermöglicht werden, denn nur ein Pferd, das sich
bewegt, kann sich gesunde Hufe wachsen lassen. Auch in Problemfällen ist
dies möglich, bzw. zumindest nicht schlechter als mit Beschlag.
Dies kann durch das zur Verfügung stellen eines speziellen Bodens oder
das Tragen von Hufschuhen auch im Auslauf geschehen.
Nun verlaufen die meisten Barhufumstellungen völlig problemlos und solche Abwägungen sind gar nicht nötig, nur ein wenig Reitverzicht in der ersten Zeit der Umstellung.
Bis hierhin ging ich von einer optimalen Hufbearbeitung aus, die eine Verbesserung und Heilung der Hufsituation erreichen kann. Bei schlechter Hufbearbeitung ist dagegen die Grenze der Unzumutbarkeit für das Pferd recht schnell erreicht. Diese schlechte Hufbearbeitung kann entweder darin bestehen, dem Pferd direkt Schmerzen zuzufügen, z.B. durch extremes ausdünnen der Sohle oder extreme, plötzliche Stellungsänderungen, die direkt und indirekt (Lederhautentzündungen, (Belastungs-)Rehe) schmerzhaft sind, oder durch eine Hufbearbeitung, die einfach keine Verbesserung der Hufsituation (z.B Zwanghuf) erreicht und damit der Huf weiterhin schmerzhaft bleibt.
Weiterhin kann natürlich der Besitzer dem Pferd die Situation unzumutbar gestalten, durch zu hohe Belastung oder durch schlechte Umgebungsbedigungen.
Mit einer optimalen Hufbearbeitung kann also auch in Problemfällen das Ziel 'Hufgesundheit' erreicht werden, wenn Umgebung und Einstellung des Besitzers stimmen. Ist eines dieser Ziele nicht erfüllt, wird es recht schnell unzumutbar für das Pferd.
Sind diese Bedingungen nicht gegeben, ist es sinnvoller (wenn auch nicht optimal) für das Pferd, mit Beschlag laufen zu können, auch wenn es langfristig Probleme geben kann, als wenn es Barhuf bei jedem Schritt Schmerzen hat.
Daneben muss man beachten, dass auch und gerade durch (schlechten) Beschlag oder zu seltene Bearbeitung dem Pferd vermeidbare und unnötige Schäden zugefügt werden.
Ebenso ist ein Hufschutz sinnvoll, wenn das Pferd sehr hohen Belastungen ausgesetzt ist, die aber im Freizeit/Breitensportbereich in der Regel nicht erreicht werden. Die Probleme Hufform und Abrieb sind nicht entkoppelt, sondern zwei Seiten der gleichem Medaille. Ein normaler, gesunder Huf hält übliches Freizeitreiten- auch in härterem Gelände- aus. Aber wichtig ist, dass der Reiter immer auf sein Pferd hört, das Maßstab des Handelns ist (Siehe Reiten mit Barhufpferden) . Die Grenze der Barhufbelastbarkeit ist selbstverständlich individuell verschieden.
Zu diesen grundsätzlichen Gedanken noch ein paar Beispiele aus der Praxis:
Oft werden Dressur- oder Gangpferde beschlagen, des öfteren mit gezielter Stellungsmanipulation (flacher/steiler) und die Gänge zu verbessern.
Durch das hohe Gewicht der Eisen ändert sich in der Tat der Gang des Pferdes. Den gewünschten Effekt kann man aber nicht immer dauerhaft erzielen. Sobald die Eisen wieder ab sind, verschwindet der gewünschte Effekt (z.B. Unterdrückung von Pass beim Gangpferd) auch wieder.
Wo schon die Auswirkungen eines normalen Beschlages auf die
Hufgesundheit erschreckend destruktiv sind, so sind die Auswirkungen von
'Manipulationen' noch um einiges schlimmer.
So kann man bei einem Pferd mit zum Pass verschobenen Tölt die Hufe so
manipulieren, dass die Vorderhufe später abhufen und damit der Tölt
erreicht wird. Dabei werden schwere Beschläge verwendet und gerne auch
noch absichtlich Schnabelhufe herangezüchtet. Beim Pferd mit zum Trab
verschobenen Tölt wird genau das Umgekehrte versucht- hier werden die
Hinterhufe manipuliert, nur dass hier nur noch größere Gewichte
überhaupt eine Wirkung zeigen.
Gut- das Pferd mag nun tölten, aber um den Preis, seine Hufe völlig zu
deformieren und auf lange Sicht schwere Schäden an seinem
Bewegungapparat zu erzeugen. So etwas ist aus meiner Sicht nicht zu
rechtfertigen und verstößt gegen die fundamentalste Ethik gegenüber dem
Partner Pferd.
Hier zwei Zitate aus den Ethischen Grundsätzen der FN (kursiv)
"Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen."
"Die Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport muß sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muß geahndet werden."
Sollten diese Grundsätze nicht etwas ernster genommen werden? (Nicht nur im Gangpferdesport!)
Auch beim Gangpferd gilt, dass eine durchdachte und pferdegerechte
Gymnastizierung im Vordergrund stehen sollte. Hiermit kann eine
'ehrliche' Verbesserung der Gänge erreicht werden. Wenn es nötig sein
sollte, können z.B. Gewichtsglocken oä. für kurze Zeit im
Training verwendet werden.
Wäre es nicht ehrlicher, nur mit unmanipulierten Pferden auf
Wettbewerben aufzutreten?
Zusätzlich wird oft argumentiert, mit speziellen Beschlägen 'Gangfehler' auszugleichen, um streichen oder ähnliches zu verhindern. In Wirklichkeit ist eher das Gegenteil der Fall. Barhuf und mit einer korrekten Hufform ist das Pferd am besten in der Lage, seine Beine zu sortieren.
Ich wurde letztens gefragt, wohin Barhufreiter denn die Stollen schrauben...
Stollen werden heutzutage in Kombination mit Hufeisen verbreitet
benutzt. Bei vielen Kutschpferden sind feste Stollen an den Hufeisen
Standard, ebenso an den Hufen von vielen Freizeitpferden.
Wer um den schädigenden Einfluss fester Stollen weiß, verwendet oft
Schraubstollen. Die allermeisten Spring- und viele Geländereiter halten
sie für unverzichtbar.
Um die Notwendigkeit von Stollen zu beleuchten, muss man das
Laufverhalten eines Eisenbeschlages kennen. Beobachten Sie ein
eisenbeschlagenes Pferd, das auf Asphalt läuft. Es ist unschwer zu
sehen, dass es bei jedem Schritt ein Stückchen gleitet.
Wir können diesem Pferd nachfühlen, wenn wir mit glatten Schuhen über
glatte Fließen laufen. Auch wenn unsere Gangmechanik sich unterscheidet,
finden sie dieses Gleiten angenehm? Laufen sie noch natürlich und
locker? Würden sie sich trauen, um eine Kurve zu rennen? Sicher nicht.
Für das Pferd als Lauf- und Fluchttier ist ein sicherer Grip auf dem Boden sehr viel wichtiger als für uns Menschen. Warum sollte es also 'gesund' oder 'gelenkschonend' sein, bei jedem Schritt zu gleiten, wie oft behauptet wird?
Um es deutlich zu sagen: Der 'Schlittschuhgang' mit blanken Eisen ist unnatürlich, schädlich für die Pferdegesundheit und auch für die des Reiters, wenn das Pferd stürzt.
Auch auf anderen Untergründen, z.B. Wiesen, Holzbrücken, Fels und Matsch bietet das Eisen wenig Halt. Das Pferd spürt wegen des starren Beschlages den Boden nicht. Um trotz dieser schlechten Eigenschaften das Eisen nutzen zu können, wurden Stollen entwickelt. Verschiedene Typen -jeweils an der Untergrund angepasst- bieten in der Tat sehr guten Halt.
Allerdings wird die Trittsicherheit durch Stollen teuer bezahlt. Auf Asphalt wird dadurch die Hufstellung massiv steiler, die Trachten werden überlastet. Gerade für Kutschpferde, die oft viel auf hartem Boden laufen, ist dies fatal für die Gelenke und Hufe. Die Hufform wird unter diesem Beschlag leiden, durch die zu steile Stellung kommt das Hufbein nicht mehr korrekt in der Gelenkfläche zu liegen.
Auf weichem Boden eingesetzt, belasten die Stollen stark die Gelenke, der Huf ist wesentlich fester am Boden fixiert, als dies natürlich wäre. Zusätzlich besteht eine enorme Verletzungsgefahr.
Die Verletzungsgefahr ist auch der Grund, warum feste Stollen an Pferdehufen grundsätzlich nichts zu suchen haben- wenn dann, Schraubstollen nur bei Bedarf.
Im Gegensatz dazu nun das Barhufpferd:
Es gleitet nicht auf Asphalt, seine Hufe haben ein von der Natur
hervorragend an seinen Zweck angepasstes Profil: Der weiche, elastische
Strahl als Stoßdämpfung und für guten Grip, die Strahlfurchen mit den
Eckstreben als Rutschbremse für weichen Boden, das ansteigende
Sohlengewölbe... und zu allem Überfluss passt sich der Huf in seiner
Härte und Form(!) auch noch dem Untergrund an! (feucht oder trocken).
Es spürt mit seinen Hufen den Untergrund, kann die Situation
dementsprechend einschätzen.
Auf verschiedensten Böden hat das Pferd mit seinen Barhufen guten Halt - wie sonst hätten auch wildlebende Pferde vor Gefahren fliehen können?
Stollen sind also nur nötig, um die unnatürliche Rutschigkeit des Hufeisens auszugleichen. Ein Barhuf ist oft sogar einem beschlagenem Pferd mit Stollen überlegen.
Mein Ausreitgelände hat einige schwierige Bodenverhältnisse zu bieten, von unliebsamen Überraschungen ganz abgesehen.
Alex läuft sicher den steilen, vom letzten starken Regen ausgewaschenen und mit losen Steinen übersäten Hang hinab, er galoppiert sicher um die Kurve des feuchten Wiesenweges, springt von der matschigen Uferböschung auf die andere Seite des Baches oder überquert die Holzbrücke...
Letztens galoppierte ich im flottem Tempo einen wunderschönen Wiesenweg in einem Tal- ideale Bodenverhältnisse. Alex fällt plötzlich in den Schritt, streckt den Hals und wird sehr vorsichtig.... Nicht sichtbar unter dem Gras floss Wasser über den Weg. Der Boden war urplötzlich tief, glitschig und voller loser, großer Steine. Im vollen Galopp durch dieses Loch hätte garantiert mit einem Sturz geendet. Zum Glück konnte Alex mit seinem Hufen den sich verändernden Boden spüren und war rechtzeitig gewarnt.
Man kann also zu Recht viel Vertrauen in die Trittsicherheit eines Barhufers setzen. Wer darüber hinaus vernünftig reitet und sein Pferd mitdenken lässt, wird auch in schwierigem Gelände viel Freude haben.

Feuchte Steine und Eisen- eine gefährliche Kombination- und kein Problem
für das Barhufpferd (hier Alex auf einem Wanderritt)
Sicher sind auch bei freizeit- oder breitensportlichem Springen keine Eisen mit Stollen nötig. Der Barhuf wird dem Pferd viel bessere Dienste leisten. Und im Leistungssport: Wäre es nicht sinnvoller, sehr gute Bodenverhältnisse zu bieten, statt Gesundheitsschäden am Pferd durch Beschläge und Stollen in Kauf zu nehmen? Auch heute sind Barhufpferde schon sehr erfolgreich z.B. in der Vielseitigkeit unterwegs (siehe www.thehorseshoof.com)
Auch für das Fahrpferd ist es von großem Vorteil, auf Eisen mit Stollen zu verzichten. Gefährlich wird es oft, wenn das Fahrpferd einen steilen Berg hinauf muss, und ihm dabei die nun hauptsächlich an den Zehen benutzten Hufeisen keinen Halt mehr bieten. Wer freizeitmäßig fährt und die Möglichkeit hat, auch Wege mit gutem Boden zu nutzen, wird in der Regel wie beim Reiten keinen Hufschutz benötigen. Wenn sehr viel gefahren wird, sind Hufschuhe oder (ausnahmsweise) zeitweiser Kunststoffbeschlag eine gute Alternative. Eine Bekannte möchte sich für ihr Fahr- Shetty Hufschuhe bauen, ich werde natürlich berichten, wie sich das bewährt. Da Hufschuhe von ihrem Laufverhalten her eher dem Barhuf ähneln, kann man auch hier in der Regel auf Stollen verzichten und die gute Stoßdämpfung voll ausnutzen.

gesund, trittsicher, leistungsfähig. Zwei Barhufpferde unterwegs im
Gelände.
Erfreulicherweise setzt sich die artgerechte Haltung mit Auslauf in der Herde zunehmend durch. Bei Pferden gehört es zum sozialen Verhalten, z.B. bei Rangstreitigkeiten, Spielen ihre Hufe einzusetzen. Dies geschieht nicht in der Absicht, den Konkurrenten schwer zu verletzen. Leider weiß das Pferd nicht, dass es mit Eisen beschlagen ist, und tritt immer noch genauso, wie barhuf. Daher resultieren die meisten Verletzungen. Selbstverständlich kann auch ein Barhufer, wenn er unglücklich trifft, schwere Verletzungen verursachen. Allerdings erhöhen Eisen diese Gefahr enorm. Dies wird - gerade von Besitzern beschlagener Pferde- oft als Panikmache abgetan, ist es aber nicht, wie die folgenden Argumente klar machen sollten:
Die Erfahrung zeigt, dass Eisen schwerere Verletzungen als Barhufe
verursachen. Fragen sie mal ihren Tierarzt!
Konsequenz sollte sein, dass in Herdenhaltung befindliche Pferde
möglichst barhuf gehen sollten. Kunststoffbeschlag ist ebenfalls nur ein
gering erhöhtes Risiko. Gerade bei Hengst/Wallachgruppen werden beim
Spielen auch gerne die Vorderhufe benutzt, daher sollte auch dort
möglichst auf den Eisenbeschlag verzichtet werden. Stollen und
Stifte haben fest angebracht am Pferdehuf eh nichts verloren, aber in
der Herdenhaltung sind sie völlig abzulehnen. Übrigens: Ummantelte Eisen
wie die Ölöv sind gefährlich, sobald der Plastiküberzug durchgelaufen
oder sehr dünn ist, daher ist von solchen Beschlägen in Herdenhaltung
auch abzusehen.
Diesbezügliche Vorschriften in Pensionsställen sind sinnvoll und
gerechtfertigt, da die Eisen eines Pferdes die gesamte restliche Herde
betreffen. Da die meisten Pferde aus Bequemlichkeit/Unwissenheit
beschlagen sind, kann ein wenig Druck seitens der Stallbetreiber nicht
schaden. Weniger Verletzungen sind gut für die Pferde, und gut für den
Frieden im Stall.
Was ist nun mit Pferden deren Besitzer, ob notwendig oder nicht,
Eisenbeschlag wünschen? Ganz einfach: Man stellt solche Pferde zusammen,
mit lauter Besitzern, die die gleiche Einstellung haben, dass der
Eisenbeschlag keine erhöhte Gefahr darstellt... ;-) Ernsthaft:
Beschlagene Pferde werden möglichst in kleinen Gruppen, die sich optimal
verstehen, auf großer Fläche gehalten. Natürlich gilt auch für Barhuf-
Herden, dass die Gruppe intelligent zusammengestellt sein sollte, und
dass genug Platz vorhanden sein sollte, dies vermeidet viele
Verletzungen. Die Hufe aller barhufigen Pferde sollten regelmäßig
ausgeschnitten und berundet werden, um verletzungsträchtige scharfe
Kanten zu vermeiden. Meiner Meinung nach setzt man sein Pferd auf jedem
Fall einem unnötigen Verletzungsrisiko aus, stellt man es mit
beschlagenen Pferden zusammen.
Gerade wenn der Besitzer eines Barhufpferdes oder sogar gerade auf Barhuf umgestellten Pferdes aus ‚FN- Turnier- Kreisen’ stammt, wird er des Öfteren mit massivem Unverständnis seiner Stallkollegen rechnen müssen. Da hilft meiner Erfahrung nach nur eines ‚aussitzen’. Wenn die Sache dann Erfolg hat, haben andere dann oft plötzlich doch Interesse, obwohl man ein Jahr vorher noch ‚total durchgeknallt’ war. In vielen Offenställen, gerade wenn es Haltergemeinschaften sind, findet man meiner Erfahrung nach öfter Verständnis, in vielen solchen Ställen ist der Eisenbeschlag aufgrund der Verletzungsgefahr sowieso verboten.
Ein Freizeitpferd kann in der Regel barhuf geritten werden. Leider werden hierzulande extrem viele Pferde unnötig beschlagen. Oft wird erst eine Umstellung auf Barhuf bedacht, wenn wirklich Probleme aufgetreten sind, z.B. die Hufe nicht mehr zu nageln sind, das Pferd lahmt oder massive Hufveränderungen vorliegen.... Je früher man jedoch eingreift, desto einfacher und problemloser ist die Korrektur. Am besten fängt eine kompetente Hufbetreuung mit guter Hufbetreuung und artgerechter Aufzucht des (sorgfältig gezüchteten) Jungpferdes an ...
Die beste Vorsorge für ein auf Dauer gesundes und reitbares Pferd ist Hufgesundheit und Barhuflaufen. So ziemlich jeder Reiter möchte sein Pferd 'nutzen', sprich es reiten und nicht ständig nur Tierarztrechnungen begleichen oder Lahmheiten auskurieren. Das 'tückische' an Eisen ist eben, dass ihre negativen Auswirkungen (rutschen und Verletzungsgefahr mal ausgenommen) nicht sofort sichtbar werden. Die Probleme kommen schleichend und oft nach Jahren. Hinzu kommt, dass erste Anzeichen oft nicht erkannt bzw. falsch interpretiert werden und erst umgedacht wird, wenn es schon '5 vor 12' ist. Für den Reiter ist der Beschlag bequem, aber auf die Dauer macht Beschlag in der Regel nur Ärger.
Beschlag aller Art ist schlicht und einfach keine gute Idee. Es ist Zeit, umzudenken.