Natürlich, die gesamte Mühe um optimale Barhufe ist nicht zweckfrei, wohl jeder will sein Pferd auch Reiten (oder Fahren)....

Alex und Lujon unterwegs auf einem ausgedehnten Geländeritt- natürlich
Barhuf. Die beiden werden ohne jede Einschränkung in steinigem,
anspruchsvollen Gelände geritten. Alex ging z.B. an einem WE 35km
Tagesritt, am folgenden WE ein Kurz- Wanderritt, 70km in zwei Tagen,
alles Barhuf.
Im November absolvierten die zwei einen kleinen (inoffiziellen)
Distanzritt über etwa 20km ziemlich steiniges Gelände- ohne jedes
Problem.
Der traditionelle Hufschmied wird wohl allenfalls ein Pony oder sehr
gering 'genutztes' Pferd für Barhuf reitbar halten. Falls ein 'seltsamer
Kauz' seine Barhufpferde vom Schmied ausschneiden lässt und diese ganz
normal reitet, scheinen viele Schmiede diese Möglichkeit zu vergessen,
sobald sie wieder in ihrem Auto sitzen...
Aber auch die allermeisten Barhufpfleger stellen das Ziel, das Pferd
wirklich Barhuf einzusetzen, zu sehr hintenan. Meist steht am Ende ein
Pferd, was ausschließlich oder nahezu immer mit Hufschuhen geritten
wird, oder eines was bei jeder 'Belastung' sofort mit Kunststoff
beschlagen wird.
Hier hingegen soll es wirklich ums 'Barhuf- Reiten' gehen - was bedeutet, mit allen Konventionen zu brechen und ... Spaß dabei zu haben.
Ist ein Barhufpferd, was auf jedem Untergrund bei jeder üblichen Anforderung -dazu später Details- reitbar ist und gut läuft.
Führt über korrektes ausschneiden, artgerechte Haltung und Training. Im Laufe eines sinnvoll aufgebauten Huftrainings (anfangs meist unter Verwendung von Hufschuhen) wandelt sich der schwache beschlagene Huf in einen harten, sehr leistungsfähigen Barhuf, der jeder üblichen Reitanforderung gewachsen ist. Es ist weniger das Hornwachstum an sich, das sich an die hohe Leistung anpasst, eher die Härte des Horn und die Form des Hufes. In vernünftigen Grenzen findet jedes Pferd sein Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum. Mehr hierzu gibt es hier und hier.
Ein Barhufpferd mit wirklich gesunden Hufen hat nicht nur für sich selbst Vorteile, sondern auch für seinen Reiter.
Das Barhufpferd soll- und wird, falls seine Hufe gesund sind- freudig und schwungvoll unter dem Reiter laufen. Von Seiten des Reiters ist etwas Einfühlungsvermögen und Mühe rund um die Hufe gefragt. Zum einen bedeutet das, für die konstante Pflege der Hufe zu sorgen. Zum zweiten, beim Reiten auf sein Pferd zu achten, wie viel man ihm reiterlich zumuten kann und wann es noch Hufschuhe braucht. Dies bedingt z.B. korrekt die Länge der Hufe beurteilen zu können- siehe Artikel Sohlenkunde. Dies wird vor allem in der Umstellungszeit oder bei extremen Belastungen notwendig sein. So ist es z.B. auch sinnvoll sich über die Bodenverhältnisse, Streckenlänge etc. bei einem geplanten Wanderritt zu informieren, evtl. Hufschuhe einzusetzen oder mitzuführen (z.B. wenn die auf der Karte unbefestigten Wege Kilometer um Kilometer geschottert wurden).
Sehr viel! Auch ich erlebe immer wieder Überraschungen, wie viel die Pferde barhuf leisten können und wie gut sie das tun.
Ich persönlich reite freizeitmäßig im Gelände und Dressur, besonders gerne unternehme ich Tagesritte und Wanderritte. Ich genieße die vielen Vorteile meines Barhufpferdes, gerade in unserem steinigen, steilen Gelände. Hufschuhe setze ich nur noch äußerst selten ein. Früher habe ich- völlig ohne Tagesritte mit ca. 3 Ausritten in der Woche- Alex' Eisen die teilweise mit 4 Vidia- Stiften versehen waren in 6-7 Wochen 'papierdünn' geritten. Oft genug hielten die Eisen nicht mehr weil die Nagelköpfe komplett weg gelaufen waren. Ein deutlich größeres Kilometerpensum absolviert er heute auf seinen Barhufen ohne das geringste Problem! Beim Dressurreiten freue ich mich über die Qualität seiner Bewegungen.
Was machen sie mit ihrem Barhufpferd? Ich freue mich über alle Berichte, besonders wenn ich sie auf der HP veröffentlichen dürfte.

Blick über die Taunushügel von Alex' Rücken
Barhufpferde können mehr leisten, als die meisten denken!
Anja und ihre Kaltblutstute in Aktion- natürlich Barhuf. Ihre Hufe sind im
wahrsten Sinne des Wortes 'großartig' :D
Margit und Fuchur in Aktion, unten ihr Erfahrungsbericht
"Im März 2001 habe ich Fuchur gekauft, laut Ankaufsuntersuchung 6jährig. Er war eingefahren und hatte von geritten werden keine Ahnung. Er ging ohne Hufeisen, doch noch lange nicht barhuf. Damals hatte ich mich noch nicht mit Hufen beschäftigt, so holte ich einen Hufschmied für die erste Beurteilung. Die lautete: ‚Sofort Eisen drauf!’.
Ich habe Fuchur von Anfang an mit Kunststoff beschlagen lassen und verschiedene ausprobiert. Ein gut funktionierender Beschlag war für uns nicht dabei, z.B. war der Beschlag nach einem Orientierungsritt zum Wechseln. Über den Winter konnte ich den Hufschutz weggelassen. Bücher, Gespräche und dann der Pferdebesitzerkurs in der Strasser-Hufklinik bei Linz haben mich fit für die Hufpflege gemacht. Ich habe viele Strasser-Vorurteile gehört, alles was extrem ausgeführt wird, ist gefährlich. Ich war immer vorsichtig bei meinem Pferd, lieber zuwenig als zuviel. Ich habe auch von anderen 'Schulen' Techniken übernommen. Mittlerweile bin ich geübt und es ist immer weniger zu machen. Zuerst immer unterstützend zwischen den Hufpfleger-Terminen, wurden die Abstände länger. Jetzt kommt er 1x im Jahr zur Kontrolle. Die Barhuf-Zeit im Winter hat Fuchurs Hufe immer weiter verbessert, sodass er seit 3 Jahren ganzjährig barhuf geht.
Im Stall habe ich Verwunderung ausgelöst, dass das Barhufpferd die meiste Reitstunden-Anzahl zusammenbringt. Nachfragen kommt kaum jemand – die Meinung ist, das Pferd sei halt ein Ausnahmepferd mit guten Hufen oder ich sei geschickt in der Auswahl der Wege.
Fuchur lief bisher Tagesritte, Orientierungsritte, 3-Tages-Wanderritte, Einsteiger-Distanzritte und heuer einen 60km-Distanzritt. Ja, er geht barhuf, nicht einfach nur ohne Eisen. Arbeit steckt dahinter, bei mir sind es Hufpflege, Reitunterricht und Vorsorge-Therapien. "
Beispiel Vielseitigkeit:

Dieses Pferd, Vollblüter Royal Code, geht erfolgreich VS- Turniere- Barhuf! Inzwischen sind die
beiden bei **- Vielseitigkeiten erfolgreich gestartet (Entspricht einer
Vielseitigkeit der Klasse M). Aktueller Bericht
in der Winterausgabe 06 von www.thehorseshoof.com
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Kendall DeRoo)
Beispiel Distanzreiten:
Darolyn Butler-Dial- über 40 Barhuf- Distanzpferde
'Feuerkreis'- Distanzritte (Herr Fichtel)

Zwei Barhufpferde unterwegs auf einem 120 km Distanzritt- auch solch
'extreme' Leistungen sind bei gutem Training und entsprechend
ausgesuchtem Geläuf möglich. Und dies mit Pferden, die langfristig
gesund und leistungsfähig bleiben.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Felix Zepezauer)
Mehr darüber hier: 120km Distanzritt Barhuf
(auf Artikel klicken)
Beispiel Dressur:
Emma Hindle und Wie Weltmeyer- erfolgreich im internationalen
Dressursport-Barhuf