Der Racetrack- Paddock

 

Die Idee ...

stammt von Jamie Jackson 'Paddock Paradise'. Hintergrund ist das Bemühen, den Pferden eine möglichst artgerechte Haltung zu ermöglich. Selbst in einem 'normalen' Offenstall 'wächst' den Pferden das Futter geradezu ins Maul. Es sind kaum Anstrengungen notwendig, die Bewegung reduziert sich auf ein Minimum.
Mit dem Racetrack wird nachgeahmt, dass freilebende Pferde ihre typischen Wege zu Weideplätzen, Witterungsschutz und Wasserstellen haben und dabei -natürlich weit größere als hierzulande nachzubauen- ansehnliche Distanzen zurücklegen. Die -relativ schmalen- Gänge erzeugen einen optisch zum flotten Tempo einladenden Effekt.


... die Umsetzung in unserem kleinen Stall:
 

In dem hier vorgestellten privaten kleinen Offenstall leben drei Pferde, alle leichtfuttrig, zwei davon (die Schimmel) sind Pferde mit überstandener Hufrehe.

Durch Reduktion des Futters konnte besonders bei den Schimmeln das Gewicht auf Normalmaß reduziert werden. Unheimlich gierig blieben die Pferde dennoch, es wurde gefressen solange etwas da war, 'trotz' engmaschiger Netze. Trotz Offenstall hielt sich die Bewegung in Grenzen.

Im Frühjahr 07 legten wir schließlich unseren 'Racetrack' an. Es handelt sich, wie in der Abbildung (nicht Maßstabsgerecht) gezeigt, um einen rennbahnförmigen Paddock mit zwei 'Inseln' am Ende.

Am einen Ende liegt der Offenstall mit Wasserversorgung und befestigtem Paddock, am anderen Ende des Weges liegt der unbefestigte Paddock mit der Haupt-Heuversorgung (aus engmaschigen Netzen). Zwischen den beiden Stationen müssen die Pferde etwa 400m laufen. In rot sind Zäune eingezeichnet. In der Mitte liegt ein Stück Wiese, das entweder stundenweise beweidet oder abgemäht wird.

Der Effekt ist enorm und auch überraschend, wenn man schon ähnliche Erfahrungsberichte gelesen hat ... 'Faule' Ponys mutieren zu Rennpferden ;-)

Neben langsamem herumwandern nutzen die Pferde die Ausläufmöglichkeit gerne und häufig in schnellen Gangarten, inkl. Galopp in Höchstgeschwindigkeit. (Das gab es bei unseren Pferden zuvor einfach nicht, höchstens mal ein kurzes Bocken beim ersten Weidegang im Jahr ...)
Leider kann ich hier nur Fotos einstellen, aber eine über den Racetrack donnernde Herde ist ein absolut sehens- und hörenswertes Erlebnis :)

Die Pferde sind beschäftigt und zufrieden, und tatsächlich, sie müssen nicht ständig nur fressen, da sie einfach auch anderes zu tun haben als am Heu herumzustehen. Diese Paddockgestaltung kommt dem natürlichen Pferdeverhalten näher, da sie nun für ihr Futter und Wasser etwas tun müssen.

Der Bau ist sehr einfach, einfach einen zusätzlichen Innenzaun ziehen, fertig. Für den Menschen ist es (bis auf die Laufstrecke beim absammeln) kein Mehraufwand, unser Heulager liegt auf der linken Seite der Zeichnung.

Schon in kurzer Zeit sind die Pferde fitter und aufgeweckter geworden. Auf die Hufe wird diese zusätzliche Bewegung ebenfalls einen positiven Effekt haben.

Und nun einige Impressionen, mit den Hauptdarstellern Caryl, Carla und Alex:


Hier machen sich die Drei, noch relativ gemütlich, auf zum Offenstall.


... an der hintersten Ecke angekommen


... startet das erste Pony Caryl  durch


und schließlich auch Alex.


Angekommen!


Und der Rückweg ;-).


Wieder am Heu!


... am anderen Ende wartet mein Hafer!

Mit 'scheuchen' bekommt man unsere Pferde nur so schnell, wie der Mensch hinterherrennen kann :D. Das ist aber nun gar nicht nötig. Hier wurden lediglich ein paar Anreize (Möhren/Hafer) verteilt, und schon flitzen die Ponys. Diese Bewegung ist für sie nun normales Alltagsverhalten, keine Situation, die nur für's Foto 'gestellt' ist.

Update September 07:

Der Paddock hat sich während des Sommers hervorragend bewährt. Die Ponys fühlen sich pudelwohl, 24h Weidegang scheinen sie nicht zu vermissen. Alle weisen eine sehr gute Grundkondition auf, da sie etwas 10km am Tag schon auf der Weide zurücklegen.

Mit wärmsten Empfehlungen von unseren Ponys ;-)

Unten die drei im Futterzustand vor der 'Abspeckaktion' ...