Wie ich auf die Idee kam?
Mein Pferd hat ovalere Hufe, als für die kommerziellen Hufschuhe (außer Dallmer) vorgesehen. Besonders bei den Easyboot machte das Probleme.
Die erste Idee war es, die Hufschuhe aus PU zu gießen. Dieses habe ich wegen sehr hoher Kosten bald verworfen. (300 € für 2 Schuhe..)
Die jetzigen Schuhe sind aus Kunststoffbeschlag und Plastik zusammengebaut, näheres siehe unten.
Nach den bisherigen Erfahrungen sind solche Selbstbau- Hufschuhe einen Versuch wert für alle handwerklich geschickten Pferdebesitzer ...:
Mein Pferd ist ein Kleinpferd, ca. 450 kg, wie die Schuhe natürlich z.B. bei einem Kaltblut halten, müsste man ausprobieren... Es kann sein, dass sie dafür zu instabil sind. Mein Pferd hat regelmäßige Hufe und Fußung, steht allerdings vorne zeheneng.
Der Selbstbau ist nicht weiter kompliziert, noch braucht man spezielle Geräte. Doch handwerkliches Geschick ist unbedingt erforderlich.
Gedacht ist die Anleitung für bastelbegeisterte Pferdebesitzer, und sie kann gerne, mit Verweis auf den Autor, weitergegeben werden. Die Anleitung darf allerdings nicht in irgendeiner Weise gewerblich verwendet werden.
Wer auch immer hierdurch in irgendeiner Weise zum Hufschuhbau inspiriert wird, und seine Erfahrungen macht, dem wäre ich sehr dankbar für einen Bericht!
Im August 2007 brachen meine Freundin und ich zu einem 10- tägigen Wanderitt durch Pfalz und Nordvogesen auf. Die beiden Pferde trugen die selbstgebauten Hufschuhe. Die Schuhe des Pferdes meiner Freundin wurden erst wenige Tage vorher fertig, Grund war extremer Zeitmangel. Ideal war das natürlich nicht...
Einige Impressionen:

Die Hufschuhe überstanden steile, felsige Kletterstrecken... (sieht auf
dem Foto viel harmloser aus als in Wirklichkeit ;-)


...flotten Galopp...

häufig ritten wir aber auch barhuf, wie hier.
Bis zum letzten Tag gab es keinerlei Beanstandungen. Die Hufschuhe hielten, die Pferde kamen gut damit klar. Leider begannen die Schuhe am letzten bzw. vorletzten Tag zuerst bei dem Pferd meiner Freundin (der nicht an Schuhe gewöhnt war..) und dann aber auch an einem von Alex' Vorderhufen oberhalb des Kronrandes zu scheuern.
Wir waren dann sowieso am Ziel angekommen, weiter hätte man die
Schuhe aber nicht nutzen können. Hierbei handelt es sich um einen
kontruktionsbedingtes Problem. Zumindest bei eher steilwandige Hufen ist
es nicht möglich, die Wand weiter unten am Horn enden zu lassen, dann
fallen die Schuhe sofort ab.
Nach den etwa 200km die wir mit Schuhen geritten waren, waren sehr
deutliche Gebrauchsspuren zu sehen.
Zu bemerken ist, dass ich sonst noch nie Scheuerstellen von diesen Hufschuhen hatte, im Alltag und auf kürzeren Ritt trat das Problem nicht auf. Alex, der die Schuhe gewohnt war, hatte weniger Probleme. Trotzdem ist das Fazit leider, dass die Schuhe auf langen Wanderritten zum Scheuern neigen. Ich habe mir für Alex nun gut passende Easyboot gekauft, die nach ersten Tests gut halten. Ich werde berichten, wie diese sich weiter bewähren.

Ich und Alex haben am 17.7 einen Tagesritt zum Gipfel des Feldbergs im
Taunus unternommen. Das Foto zeigt ihn bei der Mittagspause kurz
unterhalb des Gipfels, mit seinen Hufschuhen. Der Weg zum Feldberg ist
sehr steinig und steil, die Hufschuhe bewährten sich hervorragend,
obwohl sie schon fast völlig 'platt' waren. Wenige km vor dem heimischen
Stall fiel dann ein Hufschuh leider auseinander, weil einfach zu
durchgelaufen...
Übrigens: Auch der Torsion- Sattel bewährt sich auf langen Strecken.
Daraufhin baute ich neue Hufschuhe nach dem bewährten Prinzip, die ebenso gut halten wie ihre Vorgänger. Damit auf zu neuen Tages- und Wanderritten!
Ich verwende die Hufschuhe aufgrund Alex' guter Hufe im Alltag nur selten, sie funktionieren jedoch weiterhin wunderbar.
Die Schuhe funktionieren weiterhin wunderbar. Letzte Wochen habe ich einen Tagesritt von ca. 35 km Länge unternommen. Hufschuhe halten bombenfest und scheuern nicht.

Hufschuhe zeigen inzwischen deutliche Gebrauchsspuren, sind aber
weiterhin voll funktionstüchtig. Beschlag ist ca. zur Hälfte abgelaufen.
Weiterhin bewähren sich die Hufschuhe hervorragend. Halten bombenfest, Abnutzung gering. Das Fahrpony meiner Bekannten bekommt nun auch selbstgebaute Hufschuhe, ich werde hier berichten.
Die Schuhe bewähren sich bestens und halten in allen Lebenslagen, inkl. flotten Galopp und kleinen Sprüngen...
Ich habe neue Schuhe gebaut, im wesentlichen Identisch mit denen der
zweiten Generation. Zum einen, damit ich Ersatzschuhe habe, zum zweiten
da die Hufschuhe der zweiten Generation durch das dünne Plastik nicht so
belastbar sind.
Die Schuhe halten nach ersten Test genauso gut wie ihre Vorgänger. Ich
habe wieder 'Ohren' an die Wände gebaut, denn dann lassen sich die
Schuhe leichter ausziehen.

die neuen Schuhe (vorne).
Ich bin vorgestern reichlich spontan einen Wanderritt mitgegangen.
Die Hufschuhe hatte ich vorher lediglich einmal geritten...
Alles super, lediglich der rechte Vorderschuh war etwas weit, daher
entschloss ich mich, nach der Mittagspause Barhuf weiterzureiten...

Gestern ist einer der Hufschuhe bei einem flotten Fetzgalopp kaputt gegangen. Ich hatte den diesen Schuh einmal enger gemacht und dicht nebeneinander in die Hufschuhwand Löcher gebohrt, um die Trachtenwand zu befestigen. Dies war zu dicht, es ist schließlich ausgerissen. Lerne: Wenn man die Schuhe enger macht, bevorzugt eine neue Trachtenwand anfügen, keine Löcher dicht nebeneinander bohren... Naja, neu bauen! Die Beschläge für die Hinterschuhe waren etwas kurz (liefen sich deshalb im Trachtenbereich stärker ab..), also nehme ich die Beschläge der Vorderschuhe (Hippoplast Gr.2) und baue sie in die neuen Hinterschuhe ein, für vorne nehme ich ein paar Trotters, die ich noch rumliegen hatte (hinten kommt mein Pferd mit Trotters nicht klar, zu rutschig).

Das Ausgangmaterial: Ein alter Wasserbottich, die vier Beschläge, schon
markiert und zurecht geschliffen.
5 Stunden später...

die neuen Schuhe sind fertig!

Dies sind nun also die Selbstbau- Schuhe zweiter Generation :D.
Im wesentlichen sind sie genauso gearbeitet wie die ersten, ein paar kleine Veränderungen habe ich vorgenommen:
Auf zu neuen Testritten!
Ich teste im Moment einen Torsion- Sattel, bis jetzt erfolgreich.Die Schuhe bewähren sich weiterhin. Der erste Tagesritt wurde erfolgreich absolviert. Kein Verlust, keine Scheuerstellen, keine Probleme. Die Befestigung der Sporenriemchen ist etwas instabil, ich suche im Moment nach einer Verbesserung. (Die Nieten sind nicht stabil genug, Sporenriemchen fallen ab, beeinträchtigt den Halt der Schuhe aber nicht direkt).

Je ein Vorder- und Hinterschuh von unten.

Ein Vorderschuh von vorne. (die schiefe Zehenrichtung ist wegen Alex'
zehenenger Stellung nicht zu verhindern).

und ein Hinterschuh...
Leider habe ich momentan keinen passenden Sattel, so dass Tages- und
Wanderritte nicht drin sind. Die Schuhe machen weiterhin alles
problemlos mit.
Verschleißerscheinungen sind gering, das Laufverhalten der Hippoplast
weiterhin sehr zufriedenstellend. Das Anlaufen einer Zehenrichtung hat
die Schuhe bisher nicht beeinträchtigt.
Die Schuhe leben immer noch ;-). Sie halten bombenfest und haben auch schon längere Ritte in schwierigem/steilem Gelände gut überstanden.
Zweimal habe ich die Schrauben, mit denen die Sporenriemen festgemacht sind verloren. Dann habe ich etwas Nagellack reingeschmiert vor dem reinschrauben, jetzt halten die Schrauben.
Abwarten muss man, inwieweit das Anlaufen einer Zehenrichtung an der Hufschuhwand die Haltbarkeit einschränkt. (Evtl. laufen sich die Schraubenköpfe im Zehenbereich weg, bevor der Beschlag an sich fertig abgelaufen ist, die Zeit wird es zeigen..)
Von Prinzip der funktionieren die Schuhe wirklich spitze, vor allem der bombenfeste Halt in allen Gangarten ist extrem überzeugend!
Die Hinterschuhe sind gebaut, nachdem die Vorderschuhe erste Testritte erfolgreich bestanden haben. Als Beschlag habe ich Hippoplast verwendet. Es hat sich rausgestellt, dass man wesentlich mehr Schrauben braucht, als oben abgebildet. Erster Ritt sehr erfolgreich. Halt bombenfest. Pferd geht zufrieden.

Die vier fertigen Hufschuhe, hinten neu, vorne schon geritten

Mein Pferd Alex mit den Schuhen am Ende des Testrittes

Hufschuh vorne von unten.