Hufschuhe sind ein besonderes Hobby von mir ;-) , da sie eine nahezu ideale Lösung des Hufschutzes darstellen. Die großen Vorteile von Hufschuhen:
Es gibt natürlich auch Nachteile:
Moderne Hufschuhe stellen heute eine absolut vollwertige Variante des Hufschutzes dar. Sie eignen sich auch für harte Belastungen wie Wander- und Distanzritte. Gut passende Hufschuhe halten so sicher wie ein genagelter Beschlag, und stören den Bewegungsablauf nicht.
Tevis-Cup 160km Distanzritt mit Hufschuhen
Foto: K. Lander
Anfang August 2009 wurde ein Stück Geschichte mit einem Hufschuhpferd geschrieben: Linda Morelli und ihr Wallach Leaf absolvierten den legendären und äußerst anspruchsvollen Tevis-Cup mit vier Renegade- Hufschuhen. An den Hufschuhen wurden keinerlei Modifikationen vorgenommen, sie hielten den gesamten Ritt an den Hufen und es traten keine Scheuerstellen auf. Der Beweis, dass Hufschuhe sich auch für die härtesten Anforderungen im Distanzsport eignen, ist hiermit wohl endgültig erbracht!
Man muss sich als Reiter bewusst sein, dass man (noch!) ein Exot ist,
je nach bevorzugtem Reitstil mehr oder weniger ....
Wer eh schon einen Barhufer hat, wird dies aber schon gewöhnt sein. Hin
und wieder kann es sehr lustig werden, wenn Spaziergängern die Hufschuhe
auffallen 'Papi, guck mal, das Pferd hat ja Turnschuhe an' :D
Alle Schuhe, die Fell des Pferdes berühren (d.h. alle außer Easy Boot)
brauchen Gewöhnung. d.h. es muss sich am Ballen eine Art Hornhaut bilden,
die belastbar genug ist, damit keine Scheuerstellen entstehen. Am besten
trägt das Pferd die Schuhe am ersten Tag ca. 20 min, dann 30 im Schritt
und innerhalb einer Woche auf 1-2 stündigen Ausritt in allen Gangarten
steigern. Nach 1-2 Monaten sind auch Tages- und Wanderitte kein Problem.
Diese Hornhaut muss durch relativ regelmäßige Benutzung der Schuhe (ca.
1 mal in 1-2 Wochen) erhalten werden.
Scheuerstellen treten jedoch bevorzugt auf, weil die Schuhe nicht
korrekt passen und zuviel 'Spiel' haben.
Hufschuhe sind lediglich ein Hufschutz, sie können zwar sehr
effizient zum Training der Hufe und der inneren Strukturen eingesetzt
werden, lösen aber selbst keine Probleme.
Im Regelfall sollten Hufschuhe bereitstehen, wenn Pferde auf Barhuf
umgestellt werden. So können die Pferde in der Regel ohne starke
Einschränkungen weiter gearbeitet werden.
Des weiteren werden Schuhe für besondere Belastungen verwendet. Dies
können längere Wander- oder Distanzritte sein. Gleichfalls ist es auch
sinnvoll, Hufschuhe zu verwenden, wenn ein ausschließlich auch weichen
Böden lebendes und arbeitendes Dressurpferd 1x pro Woche auf stark
geschotterten Wegen ins Gelände geritten werden soll.
Bei halbwegs gesunden Hufen sind Hufschuhe in der Reitbahn überflüssig.
Erscheint es allerdings nötig (befürchtet man z.B. zu hohen Abrieb in
der Barhufumstellung) können Hufschuhe auch in Sand- oder
Hackschnitzelböden problemlos verwendet werden.
Beim gesunden Pferd sollten die Hufschuhe für die 'alltäglichen'
Anforderungen langsam überflüssiger werden, in gleichem Maße, wie die
Hufe gesund und kräftig werden. Die Verwendung der Schuhe kann dann
langsam ausgeschlichen werden. Es ist nicht Sinn der Sache, dauerhaft
IMMER mit Schuhen zu reiten und die Hufe dann bei jedem Hufpflegetermin
stark zu kürzen. Es sollte jeweils soviel wie möglich barhuf geritten
werden, immer auf ein fröhlich laufendes Pferd achten und nichts
erzwingen.
Es gibt einige wichtige Kriterien, nach denen man die passenden Schuhe für sich und sein Pferd aussuchen kann.
| Hufschuhtyp | empfohlene Rittlänge |
| Boa Boots | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Dallmer | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Easyboot | unbegrenzt, nur Kontakt mit harten Hornteilen |
| Easyboot Epic | unbegrenzt, evtl. Einschränkungen bei empfindlichen Pferden auf Wanderritten (Gamasche) |
| Easyboot Bare | unbegrenzt, evtl. Einschränkungen bei empfindlichen Pferden auf Wanderritten (Gamasche) |
| Easyboot Grip | Sohle nur für weiches Terrain geeignet |
| Marquis Supergrip | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Old Macs | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Old Macs G2 | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Renegades | unbegrenzt |
| Selbstbau | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Swiss Horse Boot | unbegrenzt |
| Theo Boot | unbegrenzt |
| Turf King (Krämer) | < 50 km pro Ritt oder Woche |
| Hufschuhtyp | Form |
| Boa Boots |
|
| Dallmer |
(Hinten)Variabel durch Stegeinstellung |
| Easyboot |
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| Easyboot Epic |
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| Easyboot Bare |
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| Easyboot Grip |
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| Marquis Supergrip |
|
| Old Macs |
|
| Old Macs G2 |
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| Renegades |
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| Selbstbau | sehr variabel, Grenzen durch die Materialbearbeitung gegeben. |
| Swiss Horse Boot |
|
| Turf King (Krämer) |
|
| Theo Boot |
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| Hufschuhtyp | Breite der Hufschuhe / cm |
| Boa Boots | 8,9-18,6 |
| Dallmer | 10,0-14,5 |
| Easyboot | 7,8-19,2 |
| Easyboot Epic | 7,8-19,2 |
| Easyboot Bare | 7,8-19,2 |
| Easyboot Grip | 11,1-13,9 |
| Marquis Supergrip | 9,5-15,7 |
| Old Macs | 10,5-15,0 |
| Old Macs G2 | 10,0-15,5 |
| Renegades | 10,6-13,3 |
| Selbstbau | ca.8-21,0 |
| Swiss Horse Boot | 8,5-15,5 |
| Turf King (Krämer) | 11,6-15,8 |
| Theo Boot | 10-14,5 (weitere in Vorbereitung) |
| Hufschuhtyp | An- und Ausziehen |
| Boa Boots | sehr leicht, kaum Kraftaufwand, kein Werkzeug |
| Dallmer | sehr leicht, kaum Kraftaufwand, kein Werkzeug |
| Easyboot | mittel, Ballenriemen hochziehen und Schnalle schließen erfordert ein wenig Kraft. Zum ausziehen benötigt man einen Hufkratzer, beim anziehen ist ein Gummihammer nützlich |
| Easyboot Epic | wie Easyboot, zusätzlich Gamasche schließen |
| Easyboot Bare | wie Epic |
| Easyboot Grip | wie Easyboot |
| Marquis Supergrip | leicht, Hufschuh muss mit Luftpumpe aufgepumpt werden. |
| Old Macs | sehr leicht, kaum Kraftaufwand, kein Werkzeug |
| Old Macs G2 | sehr leicht, kaum Kraftaufwand, kein Werkzeug |
| Renegages | sehr leicht, kaum Kraftaufwand, kein Werkzeug |
| Selbstbau | schwieriger, an- und ausziehen erfordert Kraft und Übung, Gummihammer |
| Swiss Horse Boot | schwieriger, an- und ausziehen erfordert Kraft und Übung, Gummihammer |
| Turf King (Krämer) | leicht, kaum Kraftaufwand, Schnürsenkel fummelig. |
| Theo Boot | ähnlich Easyboot |
| Hufschuhtyp | Grip und Abrieb |
| Boa Boots | mittel, lange Lebensdauer |
| Dallmer | mittel bis glatt, mittlere Lebensdauer. |
| Easyboot | mittel, sehr lange Lebensdauer |
| Easyboot Epic | wie Easyboot |
| Easyboot Bare | wie Easyboot |
| Easyboot Grip | sehr viel Grip, nur für weichen Boden, starker Abrieb. |
| Marquis Supergrip | mittel, mittlere Lebensdauer |
| Old Macs | mittlerer bis viel Grip, mittlere Lebensdauer |
| Old Macs G2 | viel Grip, mittlere Lebensdauer |
| Renegades | mittel, sehr lange Lebensdauer |
| Selbstbau | mittel (je nach Beschlag), kurze Lebensdauer |
| Swiss Horse Boot | mittel bis glatt, sehr lange Lebensdauer |
| Turf King (Krämer) | mittel, mittlere Lebensdauer |
| Theo Boot | mittel, Sohle leicht wechselbar |
Mit Hilfe dieser Aufstellungen sollte man die Hufschuhe, die sich für
Pferd und Reiter eignen, eingrenzen können. Auf dieser Seite kann und
will ich allerdings nur einen Überblick geben. Je mehr Erfahrung man mit
einem bestimmten Modell hat, an je mehr Pferde wird man diese
erfolgreich anpassen können. Unter den Links finden sich jeweils
ausführlichere Informationen der Hersteller, teilweise sogar Videos.
Besonders beispielhaft ist die amerikanische Easyboot Seite.
Auf www.youtube.com finden sich
gerade für die Easycare- Modelle zahlreiche weitere nützliche Videos!
Gut passende Hufschuhe halten so sicher wie ein genagelter Beschlag, scheuern nicht und beeinträchtigen die Bewegung des Pferdes nicht.
Probleme mit Hufschuhen und ihrem Halt liegen nahezu immer an
mangelhafter Anpassung, Größen und Modellwahl. Leider gibt es auch heute
noch viel zu wenige Experten zur Anpassung von Hufschuhen. Den Umgang
mit Hufschuhen von Grund auf zu lernen, mit einem Exemplar das man per
Post bestellt hat, ist ein hartes Brot, man wird Fehler machen und ganz
sicher Schuhe suchen.
Ohne jede Hufschuherfahrung ist es leider mit ein paar bestellten
Hufschuhen ähnlich wahrscheinlich, sofort einen passenden
Hufschutz haben, als hätte man eine Kiste Hufeisen bestellt...
Wer sich für Hufschuhe interessiert, sollte sich daher bevorzugt an
jemanden wenden, der bereits Hufschuherfahrung hat. Wenn es keinen Profi
mit entsprechenden Kenntnissen in ihrer Umgebung gibt, fragen sie
Hufschuhreiter, deren Schuhe gut halten um Rat, sie sind oft zur Hilfe
bereit.
Detaillierte Beratung für die Wahl der Größe und des Modelles
(Einsendung von Fotos von Huf und Pferd, sowie Papiermuster der Hufe)
ist das mindeste, was man tun sollte, bestellt man Hufschuhe. Möchte man
ein Easyboot- Modell, ist z.B. der 'Hufschuhdoktor'
wärmstens zu empfehlen. Zur Anpassung von Swiss Horse Boots kann man
sich an 'Barefootgoodwalk'
wenden.
| Hufschuhtyp | Link |
| Boa Boots | Englisch(Easycare) Hufschuhdoktor |
| Dallmer | Deutsch |
| Easyboot | Englisch(Easycare) Hufschuhdoktor |
| Easyboot Epic | Englisch(Easycare) Hufschuhdoktor |
| Easyboot Bare | Englisch(Easycare) Hufschuhdoktor |
| Easyboot Grip | Englisch(Easycare) Hufschuhdoktor |
| Marquis Supergrip | Deutsch |
| Old Macs | Englisch(Easycare) |
| Old Macs G2 | Englisch(Easycare) |
| Renegades | Englisch Erfahrungbericht Deutsch |
| Selbstbau | Bauanleitung Erfahrungsbericht |
| Swiss Horse Boot | Deutsch |
| Turf King (Krämer) | Deutsch |
| Theo Boot | Deutsch |

Natürlich kann man mit Hufschuhen (hier Dallmer) auch fahren....
Besonderes und Tricks:
Besohlung
Abgelaufene Hufschuhe können besohlt werden. Dies kann man leicht selbst
tun, eine Anleitung finden sie auf der Seite zum Thema Besohlung.
Alternativ kann man seine Hufschuhe besohlen lassen, z.B. beim
Hufschuhdoktor.
Meine Erfahrungen mit dem Besohlen sind nicht eindeutig. Recht häufig
kommt es vor, dass die nun schwereren Schuhe dann schlechter halten als
zuvor.
Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die Sohle nicht zu dick wird
und der Abrollpunkt nicht nach vorne verlegt wird. Dies ist fürs Pferd
sehr unangenehm und schädlich für seine Beine.
Stollen
An alle Hufschuhe können Schraubstollen montiert werden. Neben
kommerziell erhältlichen Modellen kann man sich auch leicht selbst
welche anfertigen: Stollen.
Stollen sollten jedoch nur fallweise bei besonderen
Witterungsbedingungen oder z.B. zum Springen verwendet werden. Stollen
schützen vor dem Ausgleiten, erhöhen jedoch die Verletzungsgefahr z.B.
durch Torsionskräfte beim Springen. Ihr Einsatz erfodert daher Abwägung.
Für Sand- und Grasböden bieten sich als Alternative zu Stollen stark
profilierte Hufschuhsohlen von Easyboot Grip und Old Mac G2 an.
Bei der Verwendung von Stollen empfehle ich ich Hufglocken und
Beinschutz.
Polsterung
Besonders nützlich bei Problemfällen und besonderer Belastung ist eine zusätzliche Polsterung der Hufschuhe. In den letzten Jahren wurden viele gute Produkte entwickelt. Beispiele und Einsatzzwecke:

Einsatz als Krankenschuh
Die hier beschriebenen Hufschuhe können auch als Krankenschuh in
Offenstall und Weide eingesetzt werden. Typische Beispiele sind
Rehehufe.
Beachtet man einige Vorsichtsmaßnahmen, sind hierzu vor allem
EasyBoot(Epic), Swiss Horse Boot und der Selbstbau geeignet.
Wichtig ist, dass die Schuhe gut passen, aber nicht zu stark verspannt
werden.
Man kann die Schuhe durchaus bis zu 22 Stunden am Tag am Huf lassen.
Wichtig ist, dass Hufe und Kronrand täglich penibelst kontrolliert werden
und dass das Pferd mind. 2 Stunden ohne Schuhe steht. (z.B. auf idealem
Boden).