Hier einige häufig zu hörende und zu lesende Antworten von Reitern bzw. Hufexperten, warum das Pferd Beschlag bräuchte und meine Einschätzung dazu.
Allgemein kann ein normales Pferd (sofern es nicht zu den in
'Warum
barhuf?! genannten seltenen Ausnahmen gehört) bei freizeitmäßiger
Reitbeanspruchung und entsprechender Haltung/Training auch auf etwas
härterem Boden problemlos barhuf geritten werden. Schaut man sich das
Reitgelände der Leute an, die obige Begründung angeben, stellt sich
heraus, dass das Argument meist nicht sinnvoll ist.
Bei einem sinnvollen Training der Hufe kann ich aus eigener
Erfahrung berichten, dass es problemlos möglich ist, Pferde auch in sehr
steinigem Gelände barhuf zu reiten. Bei uns ist es so steinig, dass es
bei vielen beschlagenen Pferden Probleme mit der Haltbarkeit der Eisen
gibt.
Daneben gibt es natürlich, wenn wirklich (zeitweise?) zuviel Abrieb
vorliegt, die Möglichkeit, Hufschuhe evtl. Kunststoffbeschlag
einzusetzen.
Dies kann z.B. geschehen wenn für einen Wanderritt Hufschuhe eingesetzt
werden oder wenn für die Dauer eines Distanzrittes mit Plastics
beschlagen wird (diese sollten direkt nach dem Ritt wieder entfernt
werden!).
Eine häufige Fehleinschätzung ist die Trennung der Probleme 'Hufform' und 'Abrieb'. Beides hängt sehr eng zusammen. Warum? Nur bei einem symmetrischen Huf findet eine symmetrische, das heißt optimale Abnutzung statt.

Ein Naturboden- Weg. Ideal für flottes Tempo ;-)

Ein Vorsiebweg, wie sehr häufig zu finden. Kann problemlos barhuf
beritten werden. Auch Trab und Galopp kein Problem.

Vorsieb Detail

Dieser Schotter (Typ "Bahngleisschotter") wurde vor einem halben Jahr
aufgeschüttet. Die Fahrspuren sind schon relativ glatt und recht gut
passierbar. Die Steine sind ca. 3-5 cm groß und spitz. Hier darf ein
Pferd schon schauen, wo es seine Hufe hinsetzt (das tut es auch mit
Hufschuhen) aber es darf nicht fühlig oder einknickend laufen.
Selbstverständlich sollte man hier nur Schritt reiten...

Diese Einstellung hört man oft. In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall...
Es gibt kein Pferd mit besseren, elastischeren und trittsicheren
Bewegungen als ein Barhufpferd mit gesunden Hufen. Dies bekommt man als
Reiter bei verschiedenen Einsatzzwecken des Pferdes zu spüren, vom
Geländereiten bei schwierigen Bodenverhältnissen über Dressurreiten bis
zum Springen.
Wer das einmal fühlen durfte, der wird sich nur sehr ungern wieder auf
ein beschlagenes Pferd setzen...
Leider kennen viele Reiter kein Pferd wie oben. Immer noch ist es 'Standart', ein Reitpferd zu beschlagen. Und leider ist es auch so, dass viele falsch ausgeschnittene Barhufpferde wirklich fühlig auf hartem Boden laufen. Das ist falsch- es geht anders- und zwar bei jedem normalen Pferd. Dazu siehe hier
Ganz häufig zu hören. Oft gleichzeitig mit 'mein Pferd hat eine schlechte Hornqualität'.
Entweder es handelt sich um ganz simple Ausschneidefehler wie
hebelnde Wände nicht bearbeiten, Sohle zu stark
ausgeschnitten, Huf zu stark von unten gekürzt (das passiert bei
Schmieden, die einen barhuf genauso zubereiten wie einen Huf vor dem
Beschlag!) oder um Pferde in der Barhufumstellung.
Ein Pferd mit vom Beschlag geschädigten Hufen wird auf schottrigem Boden
zunächst fühlig laufen. Hier ist Schonung, der Einsatz von Hufschuhen und vernünftiges
Training angesagt. Wenn der Besitzer dazu keine Lust/Geduld hat, ist er
es, der nicht 'barhufgeeignet' ist.
Der bei weitem häufigste Grund sind schlechte Hufformen, die bei höherer
Belastung (harter Boden) dem Pferd Schmerzen bereiten. Hier hilft nur
Korrektur am Barhuf. Eisen kaschieren die Symptome und Warnungen und
führen früher oder später zu Gesundheitsschäden beim Pferd.
Ein gute Barhufpferd läuft über alle Böden- auch Schotter. Wie man da
hin kommt, siehe hier
Darauf ist selten etwas zu geben. Die meisten Schmiede haben von
Barhufen wenig Ahnung, beschlagen fast ausschließlich mit Eisen. Oft
sind sie der Meinung, dass Reitpferd= Eisenbeschlag. Es gibt Ausnahmen,
die prinzipiell Barhufe befürworten, leider haben die meisten eine
mangelhafte Ausschneidetechnik, welche nur wenigen Pferd erlaubt,
problemlos barhuf zu laufen. Die Möglichkeit, am Barhuf zu
korrigieren, erscheint vielen völlig ungeheuerlich ;-)
Lange Rede, kurzer Sinn: Mir haben 3 verschiedene Schmiede mit sehr
guten Ruf gesagt, nein, mein Pferd könne niemals barhuf geritten werden.
Komisch, mein Pferd straft sie heute Lügen ;-) Jetzt habe ich angeblich
ein 'Ausnahmepferd' :-D
Eine riesige Fehleinschätzung. Hier handelt es sich keineswegs um eine schlechte Hornqualität, sondern um simples Zerfallshorn. Was ist das, und wie entsteht es? Die Sohle produziert ständig neues Horn. Bei manchen Barhufpferden löst sich das Horn erst spät von selbst oder auch gar nicht (z.B. bei 'wuchernden Eckstreben', bei Beschlag löst es sich meist gar nicht. Das Horn in der obersten Schicht der Sohle ist nun schon eigentlich überflüssig und beginnt langsam abzubröseln. Hat sich einiges Zerfallshorn angesammelt, lässt es sich mit dem Hufkratzer abkratzen. Es sieht 'dramatisch' aus, ist aber ganz natürlich. Das Zerfallshorn ist Horn, das über die natürlich Sohlendicke des jeweiligen Pferdes hinausgeht und völlig überflüssig ist. Es kann entfernt werden. Kratzt man es beim Hufeauskratzen etwas weg, ist das keinesfalls schädlich. Die Sohle selbst kann nicht mit dem Hufkratzer verkratzt werden...
Die sog. Steingallen (rote bis blau- lila Stellen in der Sohle)
gehören eindeutig in das Reich der Legenden. Angeblich entstehen sie,
wenn das Pferd im Gelände auf einen Stein tritt.
In Wirklichkeit passiert folgendes: Durch diverse Ausschneidefehler,
allen voran das Wuchern lassen der Eckstreben, befindet sich zuviel Horn
auf der Sohle. Dieses drückt bei jedem Schritt wie ein Stein im Schuh
und verursacht einen Bluterguss in der Sohle. Ordentliches Ausschneiden
löst das Problem, die Steine im Gelände haben damit nichts zu tun (es
sei denn, z.B. ein großer Stein verklemmt sich in der Strahlfurche und
bleibt dort sehr lange unentdeckt, werden täglich die Hufe ausgekratzt,
besteht da keine Gefahr)
Eine Gefahr echter 'Steinschäden' gibt es bei schwachen, dünnen Sohlen-
und die gibt es logischerweise gerade bei Beschlag, weil die Hufe
verweichlicht werden, das Eisen aber nicht vor großen Steinen schützt.
Daher sieht man die meisten 'Steingallen' auch bei beschlagenen Pferden.
Mein Pferd hat blütenweiße Sohlen 'obwohl' er täglich auf sehr steinigem
Boden läuft...
Die Hornqualität ist nicht von der Farbe abhängig. Genauso wenig die Abriebfestigkeit. Ein Pferd mit weißen Hufen hat keinerlei Nachteile. Beweis: Gäbe es es Abhängigkeit der Abriebfestigkeit von der Farbe, so würden sich gestreifte Hufe ungleich ablaufen, was definitiv nicht der Fall ist (schwarz würde stehen bleiben, weiß sich weglaufen).
Paradoxerweise wird eine schlechte Hornqualität erst durch Eisen
verursacht. Bis auf seltene Ausnahmen ist schlechte Hornqualität hausgemacht.
Durch:
Denn ein Huf braucht, um belastbar nachzuwachsen, die Reize verschiedener Untergründe und Bewegung. Durch einen starren Beschlag wird der Huf ruhig gestellt, die Hornqualität lässt nach, zusätzliche Schäden entstehen durch Aufbrennen oder Ammoniak in der Einstreu. (dieser versetzt das Horn).
Viele langjährig beschlagene Pferde gelangen irgendwann an den Punkt, wo ihre Hufe eher bröseligem Blätterteig ähneln als einem gesunden Huf. Nageln ist nicht mehr möglich, ständig gehen die Eisen verloren... (Die Ursache dieses Problems liegt immer hauptsächlich bei den Eisen!)
Doch in diesem Zustand nun auf Barhuf umstellen, fragt sich dann der Besitzer. Ist das möglich?
Die Antwort ist ja, und es ist die einzige langfristig Erfolg
versprechende Lösung!
Evtl. ist es möglich, an solchen Bröselhufen noch ein ganz leichtes
Eisen anzubringen, einen Beschlag anzukleben o.ä.. Das geht aber meist
nicht besonders lange gut, und die Situation ist schlimmer denn je. Die
beste Heilung ist immer die, die Ursache zu entfernen!
Die Barhufumstellung bei solchen Hufen ist sozusagen eine Notbremse, die die Hufe noch retten kann. Der Reiter wird allerdings etwas Mühe einplanen müssen, um sein Pferd wieder zu gesunden Hufen zu verhelfen.
Wichtig ist es, sich an einen sehr kompetenten Barhufbearbeiter zu
wenden. Evtl. muss die Umgebung entsprechend gestaltet werden, das Pferd
könnte eine zeitlang Hufverbände/Hufschuhe benötigen...
Reiterliche Ziele müssen da ersteinmal hintenanstehen. Auch wenn das
restliche Pferd wie das blühende Leben aussieht, top läuft etc. Wie sagt
man so schön: Ohne Huf kein Pferd!.
Im Laufe der Barhufumstellung werden sich Qualität und Wachstumsgeschwindigkeit des Hufes normalisieren und die Hufe werden belastbar.
Übrigens: Zusatzfutter ohne Barhufumstellung wird an den Hufen nichts bis wenig ändern, da hier höchstens ein Nebenfaktor liegt!
Auffällig ist, dass es bei gesunden Barhufen keine 'trockenen,
weichen, spröden, zu harten... usw. ' Hufe gibt, sondern nur solche
einer guten, sehr einheitlichen Qualität. Es gibt nahezu keine
Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen.
Das Pferd ist eine Lebensform, die schon seit Jahrmillionen im
wesentlichen in der heutigen Form existiert. Durch Zucht sind solche
'Grundeigenschaften' wie die Hufe des Pferdes zum Glück nur sehr schwer
zu beeinflussen, da diese Erbanlagen über sehr lange Zeit bestand
hatten.
Hier gilt im Prinzip das gleiche wie im vorigen Punkt zur Hufqualität. Oft tritt beides auch gemeinsam auf.
Mit Eisen wir das Hufwachstum massiv eingeschränkt, da der Huf keine Wachstumsreize durch Bewegung und Hufmechanik erhält. Barhuf erledigt sich das von selbst. (natürlich nach einer gewissen Umstellungszeit)
Die Hufform eines Pferdes ist durch die Rasse und die
Aufzuchtbedingungen bestimmt. Kaltblüter, Tinker oä. haben normalerweise
sehr breite, flache Hufe mit wenig Sohlenwölbung, wohingegen Araber
meist sehr steilwandige Hufe mit viel Sohlenwölbung haben. Weiche Böden
in den ersten Monaten der Aufzucht ergeben flache Hufe, harter Boden
steile.
Oft wird behauptet, dass ein Pferd mit flachen Hufen nicht barhuf laufen
könne. Dies ist jedoch nicht der Fall, vielmehr erfordern flache Hufe
eine gute Bearbeitung, denn nur 'aufeinandergelaufene' Hufe verhindern
ein fröhliches Barhuflaufen.
Flache Hufe neigen bei fehlender oder falscher Bearbeitung dazu, sich
zu verbiegen und wuchernde Eckstreben zu bilden. Beides ist dem Pferd
unangenehm. Resultat ist Fühligkeit.
Werden die Hufe korrekt bearbeitet, so dass die Wände gerade bleiben und
die Eckstreben nur wenig über Sohlenniveau stehen, wird das Pferd gut
barhuf laufen.

Vorderhuf einer jungen Stute (noch ungeritten, Lebenslang Barhuf).
Deutlich sind die extrem verbogenen Wände zu erkennen. Kaum
Sohlenwölbung vorhanden, auch ohne Belastung deutliche Fühligkeit auf
härterem Boden.

Der selbe Huf 4 Monate später. Noch lange nicht perfekt, die Veränderung
sollte jedoch deutlich sichtbar sein. Fühligkeit ist verschwunden. Stute
wird nun langsam angeritten.

...und noch einen Monat später. Der Huf ist aufgerichtet,
Sohlenwölbung wiederhergestellt, Pferd läuft problemlos auf jedem Boden.

Nov07: Der selbe Huf vollständig aufgerichtet. Ein weiteres Beraspeln
von außen ist nicht nötig, der Huf bleibt in diesem Zustand, da das
verursachende extreme Übergewicht des Pferdes abgebaut wurde. Der Huf
weist eine geringe Ungleichbelastung auf (Innenwand) die bei der
nächsten Hufbearbeitung bearbeitet werden wird.
In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass am Huf lediglich
'mechanische' Probleme gelöst werden können. Dies heißt, dass man einen
Huf, der durch mangelhafte Hufbearbeitung (z.B. Beschlag) zum Flachhuf
geworden ist, problemlos durch korrektes Arbeiten wiederherstellen kann.
In vielen Fällen liegt jedoch zusätzlich ein
Stoffwechsel/Fütterungsproblem vor. Man kann solche Fälle als
'schleichende' Rehe betrachten, der Huf wächst niemals völlig verbunden
nach, auch wenn die Hufbearbeitung perfekt ist.
Solche Fälle können nur durch die Kombination korrekter Hufbearbeitung
mit der Beseitigung der Ursachen effektiv korrigiert werden -aber sie
sind korrigierbar!.
Mehr dazu unter Haltung und Fütterung und beim Fallbericht Caryl.
Leider setzen sich gerade in 'FN- Kreisen' neue Erkenntnisse recht
langsam um... Fakt ist, dass auf Turnieren nahezu jedes Pferd beschlagen
ist.
Tunierstarts sind aber nun wirklich kein Grund, um mit Eisen beschlagen
zu lassen. Dressurpferde werden hauptsächlich auf weichen, wenig
abriebintensivem Boden geritten, auch in höheren Klassen sind Eisen
unnötig. Barhuf besteht weniger Verletzungsgefahr und die Pferd zeigen
natürlichere Gänge.
Beim Springen reicht im Freizeitbereich die Rutschfestigkeit des Barhufes bei weiten aus. Ein Barhuf ist so rutschfest wie ein Eisen mit Stollen. Blanke Eisen sind sehr rutschig, diese Eigenschaft muss über große Stollen wieder ausgeglichen werden. Erst bei sehr ungünstigem Boden oder sehr hohen Sprüngen sind zusätzliche Stollen nötig. Diese Bereiche fallen aber eindeutig unter 'Leistungssport'.
Western- Sport: Hier werden für die bekannten 'Sliding- Stops' spezielle extrem glatte Eisen benötigt. Diese sind in besonderer Weise verletzungsträchtig (Herde, rutschen, Ausritte) und negativ hufformverändernd. Es gibt Leute, die Sliders auf Hufschuhe schrauben. Ansonsten besteht aber die Frage, ob diese 'Stop- Praxis' so mitgemacht werden muss, oder ob es sich hier inzwischen nicht um 'Auswüchse' handelt, die nicht mehr im Sinne einer pferdefreundlichen Ausbildung sind.
Ganz nebenbei steht gerade im Hänger mit Barhufpferden eine deutlich geringere Rutsch- und Verletzungsgefahr.
Häufig zu hören. Die eigentliche Ursache sind schlechte Hufformen,
die eine zu große Belastung der Blättchenschicht verursachen (zu schräge
Wände meist!). Die auseinander gezogene Blättchenschicht ist nicht mehr
haltbar genug und bietet den Steinchen freien Eintritt.
In einem gesunden Huf setzen sich keine Steinchen fest, auch wenn
Streusplitt auf Asphalt liegt. Steine können nur in einen geschwächten
Huf (bzw. Blättchenschicht) eindringen. Dies kann der Fall sein: Einzelne Steinchen kann man im Huf lassen. Sammeln sich massenhaft
Steine in einer Art 'Rille', sollte man zuallererst die Ursache
(=Hufform) behandeln. Damit nicht noch mehr Steine eindringen, wird die
Rille zunächst von allen Steinen gereinigt und dann mit Mullbinde
ausgestopft. Ein häufiges Argument vieler
Schmiede/Tierärzten für einen Beschlag ist eine Fehlstellung. Zunächst
zum Fohlen: Beim jungen Fohlen können Fehlstellungen sehr effektiv
korrigiert werden. Dort darf auch 'drastischer' gearbeitet werden. Zur
Korrektur werden manchmal Fohlenklebenschuhe eingesetzt. Wenn ein
erwachsenes Pferd (älter als ca. 1,5...) jedoch eine Fehlstellung hat,
ist diese leider nicht mehr groß zu ändern. Typisch sind zehenenge- und
zehenweite Stellungen. Hier kann und muss der Huf so bearbeitet werden,
dass er symmetrisch wird. Ist dieser dann nach innen oder außen z.B.
verdreht oder ein Huf etwas steiler als der andere, dann ist das eben
so. So ist der Hufzustand optimal und damit die Belastung bestmöglich
als Fundament für dieses spezielle Pferd. Eine solche Korrektur geht am
besten an Barhuf. Da nicht unbedingt vorausgesehen werden kann, in
welche Stellung der Huf 'möchte' ist eine Korrektur mit Beschlag ein
Fischen im Trüben. 'Geradeschneiden' wie hier oft mit Beschlag gemacht
ist Gift für die Gelenke, da diese dann erst recht ungleichmäßig
belastet werden. Man muss sich im
klaren sein, dass das Eisen als ‚Schmerzmittel’ wirkt, durch ruhigstellung, minderdurchblutung. Denn der Huf kann sich ja nun
nicht mehr an den Boden anpassen, arbeiten. Gleichzeitig wird jedoch die
Korrektur des Hufes unmöglich gemacht. Der ‚orthopädische’ Beschlag ist
meist nur symptomatisch dafür, dass die eigentliche Ursache nicht
erkannt wird. Ein ‚ruhigstellender’ Beschlag mag in Einzelfällen
sinnvoll sein bei einem unheilbar kranken Pferd, das noch einige Zeit
auf der Koppel sein Rentendasein genießen soll. Die aber geradezu
inflationäre Verwendung von ‚Eiereisen’, Keilen, und sonstigen
Korrekturbeschlägen bei Reitpferden ist ein Armutszeugnis! Meist kompletter Unsinn. Bei Sehnenverletzungen wird oft ein Beschlag
angebracht, der die Trachten höher stellt und so die Beugesehne entlasten
soll. Oft werden aber auch Eiereisen als 'Sehnen- Korrekturbeschlag'
verwendet. Zuerst du den Eiereisen, die leider extrem oft verwendet werden.
Diese haben nun wirklich überhaupt keinen nutzen für die Sehnen. Die
Eiereisen sollen ein 'einsinken des hinteren Hufbereichs verhindern',
welches bei offenen Eisen auch wirklich auftritt. Allerdings sinkt beim
barhuf kein Bereich des Hufes übermäßig ein. (ein Sehnenpatient sollte
nicht zuviel in weichem Boden bewegt werden...) Zur Heilung von Sehnenverletzungen braucht es viel Zeit, aber keine
Eisen! Wichtig: Jeder 'Spezialbeschlag' bringt evtl. eine Entlastung
eines einzelnen Bereiches, aber gleichzeitig eine Belastung eines
anderen Bereiches. Es wird ein Ungleichgewicht geschaffen, das in der
Regel mehr Probleme verursacht als löst! Früher war hier ein etwas anderer Text zu finden, in der Zwischenzeit
habe ich noch so einiges über Hufrollenprobleme gelernt und möchte das
hier weitergeben... Viele Reitpferdekarrieren enden mit der Diagnose Hufrolle. Es wird in
der Regel ein Eiereisen mit Polsterung und Keilen angebracht, oft genug
der Huf durch einen Nervenschnitt schmerzfrei gemacht. Hufrolle gilt als
unheilbar, die Perspektive liegt oft nur noch in einer zeitlich
begrenzten Nutzbarmachung des Pferdes mittels Beschlägen und/oder
Nervenschnitt. Meist nach wenigen Jahren ist das Pferd endgültig 'platt'
und wird eingeschläfert. Warum die erfreuliche 'Heilung' am Barhufpferd möglich ist, zeigen
die Forschungen von Dr. Bowker, siehe
hier und unter Links für die Originalarbeiten. Die beste Vorbeugung gegen Hufrolleprobleme: Alle diese Maßnahmen stellen sicher, dass dein Pferd kräftige innere
Strukturen ausbilden kann, die ganz direkt vor Hufrollenproblemen
schützen. Wie kommt es zu den Hufrollenveränderungen? Dr. Bowkers Annahme ist, dass ein Großteil des
Problems bei der tiefen Beugesehne und dem Strahlbeinband liegt. Ebenfalls sehr interessant ist, dass in der Veterinärmedizin eine
Zehenfussung als Zeichen für eine Hufrollenerkrankung gilt- ganz im
Einklang damit, dass das Pferd hier die Belastung des unterentwickelten
Hufbereiches vermeiden will. Behandlung: Der traditionelle Weg mit orthopädischem Beschlag wird vor diesem
Hintergrund ebenfalls verständlicher. Denn was passiert hier? - Der
schwache stoßdämpfende hintere Hufbereich wird soweit wie irgend möglich
von jeder Belastung/Vibration befreit- Polsterungen, Keile, steile
Hufstellung, lange Trachten, kein Strahlkontakt mit dem Boden... Die
Folge ist, dass die Ursache der Hufrollenschädigung bestehen
bleibt, denn der hintere Hufbereich wird ja weiter außer Funktion
gesetzt. Die Folge ist eine zeitlich begrenze Lahmfreiheit, bis
irgendwann die Schädigung zu schwer ist... Die Barhufbearbeitung geht den umgekehrten Weg. Hier ist erwünscht,
dass der hintere Hufbereich gekräftigt wird, durch Herstellung einer
gesunden Hufform und viel Bewegung. So bilden sich dann kräftige innere
Strukturen, die Stoßdämpfung funktioniert wie von der Natur vorgesehen. Keineswegs ein Grund für Beschlag, die Korrektur klappt am Barhuf
viel besser! Risse entstehen durch Spannungen und Fehlbelastungen im
Huf, durch sonst nichts! (Außer in ganz seltenen Fällen durch eine
Verletzung am Kronrand, aber ganz eindeutig zu entscheiden) Die herkömmliche Behandlung von Hufrissen ist einfach nur
eines. Wirklich traurig. Ein Eisenbeschlag ist das letzte, was man zur
Heilung braucht. Als Beispiel folge
man folgendem Link:
http://www.equivetinfo.de/html/hornspalt.html Der zu sehende Huf
hat einen ziemlich gravierenden Spalt am Übergang Trachtenwand-
Seitenwand. So etwas entsteht nicht von heute auf morgen, hier wurden
lange Warnsignale übersehen oder ignoriert. Der Huf ist
insgesamt viel zu lang, mit massiv zu langen und untergeschobenen
Trachten. Durch die Vorformung des Hufes kann der normale Hufmechanismus
nicht mehr richtig funktionieren, am Übergang Trachtenwand- Seitenwand
kommt es zu massiven Spannungen, und irgendwann reißt das Horn. Das
gezeigte ausfräsen des Spaltes macht die Situation nicht besser, nur
schlimmer. Das Symptom wird zugekittet, die Ursache bleibt bestehen. Der
defekt im Hufhorn wird noch größer gemacht, als er eh schon ist. Der
zugegeben kreative Beschlag wird das Problem, nämlich die Hufform, nicht
ändern. Resultat kann letztendlich eine Hornnarbe sein, hier wird die
Lederhaut im Kronbereich verstört, was dann auch bei bester Korrektur
immer eine Schwachstelle bleiben wird. Daher: Auch sog. Windrisse, die
von vielen Hufbearbeitern verharmlost werden, sind eine Warnung! Eine
deutliche, die Hufbearbeitung zu optimieren. Bei Korrektur der Hufform
am barhuf wachsen Spalten einfach raus. Eine vollständige Heilung ist
möglich, und selbstverständlich ist ein Pferd wieder voll reitbar, wenn
kein bleibender Schaden an der Lederhaut geblieben ist. Noch ein Wort zu
recht häufigen kleinen Rissen in der Zehenmitte, die angeblich
‚angeboren’ sind. Das ist Blödsinn. Auch diese wachsen raus. Ursache
sind meist dicke Zehenabweiser rechts und links der Zehenmitte (extrem
dicker Tragrand, verbogene Seitenwände). Was ist eigentlich mit den beliebten Querrillen zur Behandlung von
Spalten? In der
Hufbeurteilung habe ich ein Beispiel für eine solche Behandlung. Unsinnig! Eine zu flache Hufstellung entsteht durch falsche
Bearbeitung und kann nicht durch den Einsatz von Keilen wieder
korrigiert werden! Keile wirken kontraproduktiv, siehe den Abschnitt zu
Sehnenverletzungen. Selbst wenn eine Korrektur eines schlechtes Hufzustandes mit Eisen
trotz allem funktioniert, sie funktioniert einfacher (und in allen mir
bekannten Fällen zuverlässiger) auch am Barhuf. Schneller funktioniert
eine Korrektur mit Eisen sicher auch nicht (man kann nicht schneller
korrigieren als Horn wächst...). Beim Freizeitpferd ist, wie hier auf dieser Webseite dargelegt, ein
Hufbeschlag in der Regel nicht notwendig. Hier, wann ein Beschlag
sinnvoll/notwendig ist. Allgemein gilt, dass versucht werden muss, den Huf sowenig wie
möglich durch den Hufschutz zu schädigen. Dies bedeutet, zunächst
Hufschuhen oder Kunststoffbeschlag den Vorzug zu geben.
Darüber hinaus sollte der Beschlag nur dann am Huf sein, wenn er
wirklich gebracht wird.
"Mein Pferd braucht aber einen orthopädischen/Korrekturbeschlag"
Es muss noch bemerkt werden, dass leichte Abweichungen von Ideal in der
Regel bei guter Hufform ein Pferd nicht beeinträchtigen."Mein Pferd braucht einen Spezialbeschlag aufgrund einer
(alten)Sehnenverletzung"
Die Eiereisen hemmen die Beweglichkeit des Hufes noch stärker als
normale Eisen, schalten somit noch stärker jede Schmerzempfindlichkeit
aus.
Durch das hohe Gewicht der Eiereisen werden die Sehnen bei jedem Schritt
stark zusätzlich belastet.
Barhuf (bei guter Hufform) hat man bereits die optimale Belastung der
Beine und Hufe, gerade bei Sehnenproblemen kann man es durch Eiereisen
nur schlechter machen. Für die Heilung jeder Verletzung ist Durchblutung
wichtig, diese wird durch die Eisen eingeschränkt. Besonders leidet die
Hufform extrem unter dem Einsatz von Eiereisen, was sehr schnell zu
Problemen führen kann. Besonders leicht gibt es mit Eiereisen
untergeschobene Trachten, diese Hufstellung ist das letzte, was schon
geschädigte Sehen gebrauchen können...
Der Einsatz von Keilbeschlägen ist ebenfalls unsinnig. Sie haben einen
höchst destruktiven Einfluss auf die Hufform. Keile haben nur
den Effekt, dass sich die Belastung auf den Trachten erhöht
(siehe hierzu
auch folgende Dissertation), die
Trachten werden sich, je länger die Keile benutzt werden, desto stärker
unterschieben, bis schließlich die alte Stellung wieder erreicht ist und
dickere Keile verwendet werden... Ein Teufelskreis. Das traurige Resultat, leider oft zu sehen, ist z.B. im
Krämer Katalog S.109 Nr. 12/13 zu besichtigen."Hufrollenbeschlag"
Aus der 'Barhuf- Sicht' sieht die Perspektive jedoch schon viel
erfreulicher aus. Zum einen hat man ein mächtiges Instrument zur
Vorbeugung in der Hand, zum zweiten können die allermeisten (nicht alle,
leider) Pferde mit Hufrollensyndrom durch korrekte Barhufbearbeitung
'geheilt' werden. Geheilt schreibe ich deswegen in Anführungszeichen, da
die Knochenschäden nicht rückgängig gemacht werden können. Jedoch sind
von außen keine Anzeichen mehr zu erkennen, das Pferd ist Barhuf noch
ganz normal reitbar und die Hufrolle macht in der Regel nie wieder
Probleme.
Ich persönlich habe noch kein Pferd mit Hufrollenproblemen gehabt, daher
möchte ich auf einige Berichte von erfahrener Barhufbearbeiter und
anderer Pferdebesitzer verweisen.
Pete Ramey berichtet unter anderem in seinem Buch von mehreren als
'platt' geltenden Hufrollepferden, die mit korrekt bearbeiteten Barhufen
jetzt in einen professionellen Wanderreitbetrieb in bergigem Gelände
ohne jedes Problem laufen.
Dr. Strasser berichtet von mehr als 100 Hufrollepferden, die Barhuf
wieder ans laufen gebracht wurden.
In den letzten Jahren habe ich mehrere Berichte von Pferdebesitzern
gelesen, wonach Pferde, deren Todesurteil quasi schon gesprochen war,
seit mehreren Jahren problemlos Barhuf laufen und nie wieder irgendein
Problem hatten.
Artikel gelesen? Gut, dann zunächst zur Vorbeugung:
Werden Strahlbeinband und tiefe Beugesehne aufgrund eines
unterentwickelten Strahlkissens/Hufknorpels zu starken Belastungen
ausgesetzt, wird das den Blutfluss in dieser Region kontrollierende
System geschädigt. Als Folge(!!!) entstehen die bekannten
Knochenveränderungen.
Ganz besonders wichtig sind: Strahlkontakt mit dem Boden,
Trachtenfussung, ca. 2/3 des Hufes hinter der Strahlspitze. (Natürlich
nicht sofort zu erreichen).
Beschläge sind für ein 'Strahlkissentraining' grundsätzlich ungeeignet
bis eingeschränkt geeignet, da das Training durch die ständige be- und
Entlastung des Strahles und der Trachten funktioniert. Dauerdruck ist
sinnlos.
Ein wertvolles Mittel, um den Prozess zu beschleunigen, sind Hufschuhe,
die zum Reiten/als Handpferd angelegt werden und eine Trachtenfussung
erlauben, selbst wenn die inneren Strukturen noch zu schwach sind, um
dem Pferd barhuf eine Trachtenfussung zu erlauben. Ein Polsterung
aus Neopren unter dem Strahl in den Hufschuhen unterstützt dies
ungemein. Die Ursache für die Hufrollenschädigung wird also entfernt."Mein Pferd hat Risse in den Hufen"
Sie sind kompletter Unsinn. Wir die Ursache nicht beseitigt, wird der
Spalt, Querrille hin oder her, weiterreißen. Lediglich als Markierung,
ob ein Spalt schon herauswächst oder noch weiter reißt, sind sie
sinnvoll. "Mein Pferd hat zu flache Hufe und wenig Trachtenwachstum, braucht
daher Keilbeschlag"
(Siehe auch
folgende Dissertation zur negativen Wirkung von Keilen)
Zu wenig Trachtenwachstum gibt es nicht. Die Trachten wachsen schon,
bringen aber keinen Gewinn an Bodenhöhe, da sie im unphysiologischen
Winkel zum Boden stehen (untergeschoben). Nachprüfbar durch an die
Hornwand mit einer Raspel angebrachte Markierungen. Oft triff man diese
Begründung zusammen mit "mein Pferd geht fühlig", logisch, da eine
solche Hufform bei Belastung schmerzt.Wann ist ein Beschlag nun sinnvoll?